Gerüchten zum Trotz: Diego bleibt
Wolfsburg Das nächste Plädoyer von Felix Magath für Diego: Auch wenn doch noch Angebote kommen, der Brasilianer bleibt beim VfL Wolfsburg.
Zwei Tage vor dem Start des VfL Wolfsburg in die Fußball-Bundesliga-Saison räumte Felix Magath mit Gerüchten auf: „Bei uns gibt es zu Diego intern keine Diskussion.“ Basta! Der umstrittene Regisseur soll – Angeboten zum Trotz – bleiben.
Und am Samstag zum Auftakt beim VfB Stuttgart (Anpfiff 20.45 Uhr) spielen. Die Sehnenansatzreizung, die Diego am Mittwoch zu einer Trainingspause gezwungen hatte, ist überwunden. Am Donnerstag absolvierte er problemlos beide Einheiten. „Das hat unsere medizinische Abteilung behoben“, sagte VfL-Boss Magath.
Unterdessen berichteten Medien in der Personalie Diego vom Kauf-Interesse des russischen Erstligisten St. Petersburg und vom neuerlichen Leih-Wunsch des spanischen Topklubs Atletico Madrid, wohin der Brasilianer in der vergangenen Saison ausgeliehen war. Magath wiegelte ab und hielt noch einmal ein Plädoyer für seine Nummer 10. Die Entscheidung pro Diego sei gefallen, „damit wir in dieser Saison wieder oben mitspielen können“.
Dazu sollen im Duell mit einem potenziellen Konkurrenten um die Europapokalplätze sofort Punkte her. „Ich bin zuversichtlich, dass wir etwas in Stuttgart holen werden“, erklärte Magath. Und das, obwohl er dem VfB bei dessen 2:0 in den Europa-Liga-Play-offs über Dinamo Moskau eine starke Leistung attestierte.
Etwas Sorge bereitet dem Trainer und Manager das defensive Mittelfeld. Hier fällt Routinier Josué aus. Wegen Oberschenkelproblemen konnte der Brasilianer am Donnerstag erneut nicht am Mannschaftstraining teilnehmen. Deshalb steht der vom Hamburger SV umworbene Petr Jiracek am Wochenende auf jeden Fall noch im VfL-Kader. Darauf legte sich Magath fest, der den Tschechen ansonsten aber lieber loswerden möchte. Um Platz und finanzielle Mittel zu schaffen für den Transfer von Beñat Etxebarria von Betis Sevilla. Bis gestern hatte der VfL keine Einigung mit den Spaniern erzielt. Die wollen 15 Millionen Euro für ihren Star. Noch zu viel für den VfL-Aufsichtsrat.
Die ungeklärte Situation ist derweil Christian Träschs Chance. Der im Sommer 2011 für 9 Millionen Euro aus Stuttgart gekommene Nationalspieler hat ein Seuchenjahr hinter sich. Mittlerweile aber hat er sich wieder auf seiner einstigen Lieblingsposition im Mittelfeld in Stammplatznähe gespielt. Nun startet er mit dem VfL ausgerechnet in Stuttgart. „Wir haben uns qualitativ verstärkt“, sagte Träsch und erwähnt in dem Zusammenhang Emanuel Pogatetz, Naldo und Diego.
Vier Jahre trug Träsch das Stuttgarter Trikot. Die Rückkehr ist noch immer „etwas Besonderes“. „Ich habe noch viele Freunde da und freue mich, einige von ihnen wiederzusehen.“ Vergangene Saison empfingen ihn die VfB-Fans aber ganz und gar nicht freundlich. Wie wird es diesmal? „Ich stelle mich darauf ein, dass es nicht viel anders wird.“
Diesmal ist Träsch die Last des Kapitänsamtes los. Wer sein Nachfolger wird, behält Magath noch für sich. Offiziell bekannt geben will es der Chef erst am Spieltag. Als sicher gilt, dass der neue Kapitän aus dem Mannschaftsrat kommt. Dem gehören Josué, Naldo, Ivica Olic, Diego Benaglio, Marcel Schäfer und – der geläuterte? – Diego an.



