Für Diego will Köstner mehr Offensive wagen
Wolfsburg Nicht nur vom Ergebnis, sondern auch von der Leistung war die Partie in Nürnberg ein Rückschlag für den VfL Wolfsburg. Mehr Offensivdrang soll helfen.
Der Fußball-Bundesligist präsentierte sich beim Club spielerisch ganz schwach, brachte nach vorne kaum etwas zustande. Das will Trainer Lorenz-Günther Köstner in dieser Woche ändern. Der Interimscoach der „Wölfe“ ließ seine Mannschaft am Dienstag zum Start der Vorbereitung auf das Spiel gegen Bayer Leverkusen (Sonntag, 15.30 Uhr) auf engem Raum neun gegen neun spielen, Kraft- und Konditionsübungen waren nicht Teil des Trainingsprogramms. „Wir wollen Fußball spielen. Das ist in dieser Phase das Wichtigste“, meint Köstner. Spielerisch habe sein Team den größten Nachholbedarf. Passsicherheit, Automatismen, Abstimmung – das alles hatte, wie in den letzten Spielen der Magath-Ära, in Nürnberg komplett gefehlt. „Mit dem neun gegen neun wollen wir vor allem Kompaktheit trainieren“, sagt der Coach.
Das gilt aber nicht nur für die Defensive, sondern vor allem auch für das Spiel nach vorne. Unter Magath sah das in der Regel so aus: Die Innenverteidiger spielten lange Bälle nach vorne, mit denen die Offensivakteure irgendwie versuchten, etwas anzufangen. Besonders die Stärken eines Fußball-Künstlers wie Diego kamen mit dieser Taktik nicht zur Geltung. „Wenn wir Diego besser ins Spiel bringen wollen, müssen wir nach vorne spielen“, hat Köstner erkannt.
Obwohl er als Trainer dafür bekannt ist, dass er zuerst Wert auf die Defensive legt, will er in den nächsten Tagen das Offensivspiel seiner Mannschaft forcieren. Nicht nur Diego soll davon profitieren. Auch Stürmer Bas Dost hing in dieser Saison bereits einige Male in der Luft und gab in etlichen Spielen nicht einen einzigen Torschuss ab. Es ist unbestritten, dass die Wolfsburger in der Offensive Qualität haben, nur umsetzen konnte sie diese bisher viel zu selten.
Auch gegen Nürnberg war das der Fall. Während die Gastgeber munter nach vorne spielten, agierte der VfL mutlos. Gegen Leverkusen soll das nicht noch einmal passieren, die Wolfsburger wollen im Heimspiel wieder dominanter auftreten. „Wir müssen allerdings aufpassen, dass wir uns keine Konter fangen“, warnt Köstner. Die Bayer-Elf ist für ihr schnelles Umschalten bekannt. Doch dem Coach bleibt keine andere Wahl. Wenn er mit seiner Mannschaft Tore schießen will, muss er dieses Risiko eingehen.



