Dreifaches Wiedersehen mit dem Ex-Verein
Wolfsburg Mit Klaus Allofs, Diego und Naldo standen drei ehemalige Bremer am Samstag auf der Seite des VfL. Kein Wunder, dass das Trio im Fokus stand.
Klaus Allofs hatte es am Samstag in der VW-Arena nicht einfach, auf seinen Platz zu kommen. Aber es war nicht so, dass der VfL-Manager bei seinem ersten Heimspiel mit Wolfsburg nicht wusste, welche die Trainerbank der „Wölfe“ war. Vielmehr war Allofs der Weg zu seinem Platz verbaut. Der neue Geschäftsführer musste sich den Weg durch mehr als 30 Fotografen bahnen, die nur auf ihn gewartet hatten.
Im Vorfeld dieser Partie in der Fußball-Bundesliga hatte sich alles um Allofs’ Wiedersehen mit seinem Ex-Klub gedreht. Ein Interview nach dem anderen hatte der 55-Jährige gegeben, 100 Fragen zu seinen Gefühlen vor diesem Spiel beantwortet. Letztlich war es dann alles doch wenig spektakulär. Allofs begrüßte Werder-Trainer Thomas Schaaf freundschaftlich, sie flüsterten sich ein paar Worte zu. Das war es dann aber auch schon. „Ich glaube schon, dass wir das professionell abgehandelt haben. Es war leichter, als ich es gedacht habe“, sagte er nach dem Wiedersehen mit Schaaf und Werder. „Aber das sollte gar nicht so ein großes Thema sein. Für beide Mannschaften ging es in erster Linie darum, zu punkten“, so der Manager. Deshalb freute er sich über gute Aktionen des VfL und ärgerte sich über Schiedsrichterentscheidungen gegen die Wolfsburger, so als wäre er bereits seit Jahren ein „Wolf“.
Nicht ganz so im Fokus wie ihr Vorgesetzter standen die beiden Brasilianer Diego und Naldo, die ebenfalls auf eine lange und erfolgreiche Zeit in Bremen zurückblicken können. Trotzdem war es auch für sie kein Spiel wie jedes andere. „Es ist immer etwas Besonderes, gegen Werder zu spielen. Ich trage den Verein für immer in meinem Herzen“, sagte Diego, für den es nicht das erste Wiedersehen mit dem Ex-Klub war.
Dabei haben ihm einige Bremer Fans nicht verziehen, dass er jetzt im VfL-Trikot aufläuft. Bei einer Ecke, die Diego direkt vor dem Werder-Fanblock ausführte, gab es Pfiffe für den Wolfsburger Spielmacher. Doch das störte Diego nicht. „Sie können machen, was sie wollen. Das ändert nichts daran, dass ich den Klub für immer respektieren werde“, sagte Diego. Er hatte seine Emotionen jedenfalls gut im Griff, präsentierte sich weder übermotiviert noch heißblütig und war erneut der Mittelpunkt des VfL-Spiels. Mit einem schönen Pass auf Vieirinha leitete er zudem den Wolfsburger Ausgleichstreffer durch Bas Dost ein.
Naldo war nicht ganz so auffällig wie Diego, lieferte in der Innenverteidigung aber erneut eine solide Partie ab. Ähnlich nüchtern, wie er seinen Job auf dem Platz verrichtete, äußerte er sich anschließend auch zum Spiel gegen seinen ehemaligen Verein, den er erst im Sommer nach sieben Jahren verlassen hatte. „Ich konzentriere mich auf mein Team. Aber klar, ich habe natürlich viele Spiele für Werder gemacht“, sagte Naldo. Mehr ist es nicht, aber auch nicht weniger.
