Diego soll gegen Bremen nichts Besonderes machen
Wolfsburg Es wird ein besonderes Spiel. So viel ist bereits vor dem Anpfiff der Partie VfL gegen Werder klar. Drei Wolfsburger haben eine Bremer Vergangenheit.
Mit Diego und Naldo spielten zwei VfL-Spieler lange im Werder-Trikot. Doch noch mehr werden Augen, Kameras und Fotoapparate auf Klaus Allofs gerichtet sein. Zehn Tage nach seinem Wechsel zum VfL trifft der Manager mit den „Wölfen“ auf seinen Ex-Klub.
Nur einer ist darauf bedacht, dass bei allem Rummel um Allofs, Diego und Naldo nicht das Wesentliche in den Hintergrund: Trainer Lorenz-Günther Köstner. Er weiß, dass es für seine Spieler und seinen Vorgesetzten ein emotionales Spiel ist, will aber vor allem die Zusatzmotivation von Diego und Naldo in die richtigen Bahnen lenken. „Sie haben beide eine gute Werder-Vergangenheit, deshalb ist es für sie ein besonderes Spiel. Sie sollen aber nichts Besonderes machen. Wir dürfen nicht vergessen, den Gegner zu bespielen“, sagt der Coach.
Soll heißen: Trotz aller aufregenden Konstellationen im Umfeld des Spiels müssen die beiden Brasilianer ihre Emotionen in den Griff bekommen und wie gewohnt eine konzentrierte Leistung abliefern. Sonst könnte das gegen die Werder-Mannschaft schnell nach hinten losgehen. Die Bremer spielen zwar bisher ebenfalls eine durchwachsene Saison, doch Allofs hat zusammen mit Trainer Thomas Schaaf einen Umbruch eingeleitet. „Werder hat eine junge und in der Offensive gute Mannschaft mit viel Potenzial“, lobt Köstner die Arbeit seines Managers, der bis vor zehn Tagen 13 Jahre für die Zusammenstellung des Bremer Kaders verantwortlich war. Vor allem mit seinem 4-1-4-1-System agiert Werder flexibel und gefährlich über außen. Doch Köstner ist zuversichtlich, dass seine Mannschaft dem etwas entgegensetzen kann. „Wir haben uns in den vergangenen Wochen in der Defensive stabilisiert“, lobt er seine Hintermannschaft.
Aber auch in der Offensive lief es bei den Wolfsburgern zuletzt besser. Das lag vor allem an einem unter Köstner wiedererstarkten Diego. Gegen Bremen erwarten nun alle VfL-Fans eine erneute Gala des 27-Jährigen wie zuletzt gegen Leverkusen. Die Eindrücke des Abschlusstrainings untermauern diese Hoffnungen. Diego sprühte vor Spielfreude und erzielte schöne Tore. Heute wird er aber auch vielleicht mit Pfiffen aus dem Werder-Block umgehen müssen. Vielleicht nicht als Einziger. Mehr als Diego und Naldo dürfte Allofs eine Zielscheibe der Bremer Fans sein. Doch der Manager sagt: „Ich rechne nicht mit Pfiffen, bin aber auf alles vorbereitet.“
Nur einem ist das wieder alles gleich: Köstner. Er will den nächsten Sieg mit dem VfL. Es wäre sein fünfter im sechsten Spiel. Damit wäre das Thema Abstieg erstmal erledigt und Europa wieder aktuell.


