Die VfL-Macher demonstrieren Einigkeit
Wolfsburg Das Verhältnis zwischen VfL-Trainer Felix Magath und seinen Kontrolleuren scheint trotz der sportlichen Misere intakt.
Beim Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Berlin traf sich die Führungsriege des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten und präsentierte Einigkeit. Bereits im Vorfeld der Partie gegen Schweden hatte Stephan Grühsem, Kommunikationschef des Volkswagen-Konzerns und Vize des VfL-Aufsichtsrates, im Gespräch mit unserer Zeitung Magath den Rücken gestärkt. „Es fokussiert sich viel zu viel Aufmerksamkeit auf den Trainer, dahinter können sich die Spieler manchmal allzu leicht verstecken“, sagte er. Von einer Trainerdiskussion wolle trotz der schwachen VfL-Bilanz mit fünf Punkten aus sieben Spielen im Aufsichtsrat niemand etwas wissen.
Zumindest in der Öffentlichkeit präsentieren das oberste VfL-Gremium und der in die Kritik geratene Trainer Einigkeit – so auch beim Länderspiel am Dienstag in Berlin. Dort verfolgte Magath die historische Aufholjagd der Schweden gegen die deutsche Elf von der Tribüne aus. An seiner Seite: Grühsem, VW-Boss Martin Winterkorn sowie VfL-Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz. Die VW-Manager hatten sich am Rande des Spiels mit einer Delegation des schwedischen Nutzfahrzeugherstellers Scania, an dem VW die Aktienmehrheit hält, getroffen. Anschließend war Zeit für einen Austausch mit Magath über die Lage der „Wölfe“.
Die wird von den VfL-Machern in den meisten Punkten gleich eingeschätzt: Die Punkteausbeute ist unbefriedigend, doch noch kann die Wende zum Guten gelingen – so lautet die Analyse. „Ich bin mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Garcia Sanz in ständigem Kontakt und weiß deshalb, wie im Aufsichtsrat gedacht wird“, sagt Magath. Er freut sich aber, dass er nun auch öffentlich Rückendeckung erhalten hat. „Es ist in Ordnung, wenn der Aufsichtsrat Stellung bezieht“, so Magath. Obwohl Grühsem gegenüber unserer Zeitung vor dem Spiel gegen Freiburg den Druck vom Coach nahm und keine Punktevorgabe für die nächsten Partien machte, stellt Magath an sich und sein Team selbst hohe Ansprüche. Alles andere als ein Sieg sei am Samstag im Heimspiel gegen die Elf aus dem Breisgau nicht zu akzeptieren, so der Coach. „Wir benötigen einen Sieg – nicht nur, um unten rauszukommen, sondern aufgrund der ganzen Situation. Ein Unentschieden mit Pech, Pfostenschüssen und unberechtigten Elfmetern gegen uns hilft nicht weiter“, sagte Magath in einem Interview mit der „Welt“.


