Allofs ist gespannt auf Wundertüte VfL
Wolfsburg Klaus Allofs fiebert seinem ersten Spiel als VfL-Manager am Sonntag (17.30 Uhr) in Hoffenheim entgegen. Dort wird er mit auf der Trainerbank sitzen.
„Ich habe mit Lorenz-Günther Köstner über vieles gesprochen, natürlich auch darüber“, sagte Allofs an seinem zweiten Arbeitstag. „Ich werde mit auf der Bank sitzen.“ Der neue starke Mann des VfL ist neugierig auf den ersten Auftritt seines neuen Teams. „Die Mannschaft hinterlässt einen positiven Eindruck. Ich habe ein Video vom Leverkusen-Spiel gesehen und war bei beiden Trainingseinheiten dabei. Ich bin gespannt, ob die Stabilität und Sicherheit da ist, wie die Mannschaft im Ernstfall reagiert und was sie dann leisten kann.“
Die Gespräche mit den Spielern und dem Trainer in Verbindung mit seinen Beobachtungen beim Training lassen den 55-Jährigen jedenfalls positiv gen Sinsheim fahren. „Mein Gefühl sagt mir, dass es gut aussieht. Es herrscht eine ganz positive Stimmung im Training. Die Spieler reden miteinander, muntern sich auf. Das sind gute Voraussetzungen, um etwas erreichen zu können.“
Obwohl erst seit Donnerstag im Amt, hat es Allofs bereits geschafft, eine kleine Aufbruchstimmung im VfL-Umfeld zu verbreiten. Viele Gespräche habe er geführt, nicht nur mit den Medienvertretern, Spielern oder Trainern, sondern auch mit den Angestellten außerhalb des sportlichen Bereichs. Hört man sich bei VfL-Mitarbeitern um, kommt der neue Geschäftsführer Sport mit seiner Art und Bodenhaftung bislang rundum positiv an.
Dabei will auch Allofs bei aller Professionalität nicht verhehlen, dass er froh ist, den Start in Wolfsburg hinter sich zu haben. „Es war anstrengend und am Ende des Tages war ich erleichtert. Nach 13 Jahren an einen neuen Arbeitsplatz zu kommen, war schon etwas Besonderes. Als ich aber auf positive Resonanz gestoßen bin, hat die Erleichterung die Erschöpfung verdrängt“, sagte Allofs. Moralische Unterstützung dürften ihm auch die vielen Glückwunsch-SMS gegeben haben. Über 100 Nachrichten habe er bekommen, auch aus Bremen, wie Allofs betont.
Dass sein Wechsel auch Kritik hervorruft, weiß Allofs. Christian Heidel etwa hatte der Bild gesagt, dass er „so einen Wechsel unter der Saison zu einem Liga-Konkurrenten nicht gut“ finde. „Ich finde es sehr, sehr bedenklich, wenn es jetzt los geht, dass auch für Funktionäre Ablöse bezahlt wird“, so der Mainz-Manager. Doch Allofs konterte: „Ich verstehe, dass es kritisch gesehen werden kann. Aber nach 13 Jahren bei Werder kann man von Vereinstreue reden, da hat ein Wechsel nichts mit Söldnertum zu tun. Ich habe meine Gründe erläutert. Manchmal gibt es eben Situationen, in denen man reagieren muss.“

