Weltfußballer des Jahres - Zwei Preise gehen nach Wolfsburg

Zürich   Ralf Kellermann ist für seine erfolgreiche Arbeit beim VfL Wolfsburg als Welttrainer des Jahres 2014 für Frauen-Teams ausgezeichnet worden. Nadine Keßler wurde Fußballerin des Jahres.

Nadine Keßler ist zur Weltfußballerin des Jahres 2014 gewählt worden. Die Spielführerin des VfL Wolfsburg setzte sich bei der FIFA-Gala am Montag in Zürich gegen die Amerikanerin Abby Wambach und die brasilianische Fünffach-Siegerin Marta durch. In ihrer Dankesrede gedachte Keßler dem tödlich verunglückten Junior Malanda.

Der 56-Jährige Trainer des Frauenteams Ralf Kellermann, der mit den Wolfsburgerinnen im abgelaufenen Jahr das Double aus Meisterschaft und Champions-League-Sieg gewonnen hatte, setzte sich bei der FIFA-Abstimmung in Zürich gegen DFB-Trainerin Maren Meinert und den japanischen Nationalcoach Norio Sasaki durch. 2013 war Kellermann, der die Fußball-Frauen des VfL seit 2008 trainiert, noch erfolgreicher gewesen, als er seine Mannschaft zum Triple führte.

„Vielen Dank, es ist ein überragender Moment“, sagte Kellermann. „Das ist eine tolle Auszeichnung und macht mich stolz“, hatte der Erfolgscoach schon am Nachmittag bei der Vorstellung der Kandidaten gesagt. In seiner aktiven Zeit spielte Kellermann Ende der 80-er und Anfang der 90-er Jahre als Torhüter beim MSV Duisburg und Darmstadt 98.

Wolfsburger gedachten Junior Malanda

Der Coach, der die Nachfolge von Bundestrainerin Silvia Neid antritt, hatte ebenso wie die gleichfalls nominierte VfL-Stürmerin Nadine Keßler wegen des Unfalltodes des Wolfsburger Profis Junior Malanda zunächst erwogen, der FIFA-Gala fernzubleiben. „Es war keine einfache Situation für den Verein. Wir haben lange überlegt, ob wir an der Gala teilnehmen werden. Wir haben aber im Sinne des Fußballs und von Malanda gehandelt“, sagte Kellermann, bat aber um Verständnis dafür, dass er keine lange Siegesrede hielt.

Für Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs ist der doppelte Titelgewinn keine Überraschung: „Wer 2013 das Triple und in der folgenden Spielzeit das Double holt, hat mehr als bewiesen, dass er zur absoluten Weltspitze zählt. Ich freue mich für Ralf. Die Welt würdigt seine herausragende Arbeit. Natürlich wären diese Titel ohne sie nicht möglich gewesen: Nadine Kessler. Ob im Verein oder in der Nationalmannschaft - wer mit 26 Jahren schon so viele Titel gewonnen hat, hat den Goldenen Ball mehr als verdient. Glückwunsch Nadine! Stellvertretend für alle Wolfsburgerinnen und Wolfsburger sage ich: Herzlichen Glückwunsch!“

Ronaldo Fußballer des Jahres - Neuer verpasste Titel

Manuel Neuer nickte kurz, dann applaudierte er fair dem alten und neuen Weltfußballer Cristiano Ronaldo. Der 28 Jahre alte Weltmeister bewies Sportsgeist, nachdem er die historische Krönung eines außergewöhnlichen Jahres verpasst hatte. Joachim Löw gelang mit der Wahl zum Welttrainer die erfolgreiche Abrundung des Traumjahres 2014. „Die Auszeichnung ist für mich natürlich eine große Ehre. Sie ist so etwas wie das Sahnehäubchen auf den WM-Pokal“, sagte der 54-Jährige in seiner Dankesrede. Auch Nadine Keßler von VfL Wolfsburg als Weltfußballerin und ihr Coach Ralf Kellermann als Welttrainer 2014 durften jubeln.

"Für mich ist das ein toller Erfolg. Ich war ganz entspannt. Ich hatte auch keine Rede vorbereitet. Cristiano Ronaldo und Lionel Messi sind Weltmarken, ich habe ein fantastisches Jahr 2014 erlebt“, erklärte Neuer, der knapp hinter Vize-Weltmeister Lionel Messi aus Argentinien bei der Abstimmung sogar nur Dritter wurde. Der 1991 siegreiche Lothar Matthäus bleibt damit weiterhin Deutschlands einziger Weltfußballer. Am Dienstagmorgen um 09.00 Uhr kehrt der Keeper, der schon vor der Proklamation faire Worte für den Sieger aus Portugal gefunden hatte, nach seinem Kurztrip in die Schweiz zurück ins Bayern-Trainingslager nach Doha.

Zum insgesamt dritten Mal nach 2008 und 2013 durfte Portugals Tormaschine Ronaldo auf der Bühne strahlend den Goldenen Ball in Händen halten. „Ich danke meinem Sohn, meiner Frau, meiner Familie. Ich habe nicht gedacht, dass ich diesen kleinen Ball noch einmal gewinnen würde“, sagte „CR7“ fast ergriffen. Mit der Rekordzahl von 17 Toren hatte der 29-Jährige Real Madrid in der vergangenen Saison zum Gewinn der Champions League geschossen.

Das überstrahlte bei den abstimmenden Nationaltrainern, Kapitänen und ausgewählten Journalisten rund um den Erdball den Titelgewinn Neuers bei der WM sowie dessen Paraden und spektakuläre Ausflüge als Libero, die während des Turniers in Brasilien weltweit bestaunt worden waren. „Die Besten haben dort gewonnen, die Deutschen waren die Stärksten“, sagte selbst Ronaldo.

Zu dem deutschen Abend in Zürich gehörte auch, dass in Neuer, Philipp Lahm und Toni Kroos drei Weltmeister Aufnahme in die FIFA-Weltauswahl fanden, dazu kommt aus der Bundesliga Bayern-Angreifer Arjen Robben. dpa/eng

Der Artikel wurde aktualisiert.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
Leserkommentare (18)
    Weitere Artikel aus diesem Ressort