Der weiße Ritter in Belek

Journalisten nerven oft. Sie gelten als notorische Nörgler, stellen häufig unangenehme Fragen und wollen meistens mehr wissen, als jedem Verantwortlichen lieb ist. Doch gegen die türkischen Kollegen kommt man sich als deutscher Sportjournalist wie der weiße Ritter seiner Zunft vor.

Gleich mehrere Kamerateams belagerten am Freitagvormittag das Trainingsgelände in Belek. Aufgeregt wuselten sie hin und her und hatten die ganze Zeit nur ein Thema: Diego, Diego, Diego. Sie waren es immerhin, die den brasilianischen Spielmacher mit Galatasaray, Fenerbahce und wahrscheinlich auch mit Besiktas Istanbul in Verbindung gebracht hatten.

Also wollten sie mit dem Brasilianer sprechen, jetzt gleich, am besten noch während des Trainings. Doch das konnte die Presseabteilung des VfL gerade noch verhindern, allerdings nicht, dass sich Diego nach der Einheit mit vielen Fragen nach seiner Zukunft in der Türkei konfrontiert sah. Dass sich die Situation des Mittelfeldspielers in Wolfsburg seit dem Abgang Felix Magaths etwas verändert hat, ignorierten sie.

VfL-Manager Klaus Allofs, den die türkischen Kollegen ebenfalls bestürmten, hatte aber Verständnis für den Eifer der einheimischen Reporter. „Das gehört doch dazu“, kommentierte er deren forsches Auftreten. Einen bevorstehenden Wechsel Diegos dementierte er aber trotzdem. „Es liegen uns keine seriösen Angebote vor.“

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