Die Jungen müssen sich noch gedulden

Wolfsburg  Junge Spieler haben beim VfL unter Trainer Dieter Hecking wieder eine Perspektive. Das Trainingslager in der Türkei kommt für sie aber noch zu früh.

Dieter Hecking.

Dieter Hecking.

35 Spieler zählt der Kader des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg derzeit. Eindeutig zu viel, um sich im anstehenden Trainingslager in der Türkei ordentlich und konzentriert auf die am 19. Januar mit dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart startende Rückrunde vorbereiten zu können, findet Dieter Hecking.

„Mit 25 Mann lässt sich in einem Trainingslager optimal arbeiten“, sagt der neue Wolfsburger Cheftrainer. Allerdings wird er dennoch ausnahmsweise wohl ein paar Spieler mehr als ihm normalerweise lieb ist mit nach Belek in das Calista Luxury Resort nehmen. „Es werden wohl letztlich 27 bis 28 Spieler werden, maximal vielleicht auch 30“, so Hecking. „Dadurch kann ich mir in diesem Fall am schnellsten einen Überblick über den Kader verschaffen. “

Die genaue Entscheidung, welche Spieler vom 3. bis 11. Januar mit in die 5-Sterne-Anlage fahren dürfen, soll erst in den kommenden Tagen fallen. Allein auf sein Näschen will sich der 48-Jährige bei der Zusammenstellung der Trainingslager-Truppe nicht verlassen. „Die Urteile von Assistenztrainer Andries Jonker und Manager Klaus Allofs sind mir bei der Auswahl sehr wichtig. Sie waren in der Vorrunde nah an der Mannschaft dran“, so Hecking.

So müssen sich die Spieler noch bis mindestens Neujahr gedulden. Denn Manager Allofs kehrt erst am 1. Januar aus seinem Kurz-Urlaub am Lago Maggiore nach Wolfsburg zurück. „Wir werden sehen, wie sich die Kadersituation entwickelt“, spielt Allofs auf Spieler wie etwa Marco Russ an, bei denen sich die Frage, ob sie mitfahren wegen eines bevorstehenden Abgangs von selbst erledigen könnte. Klar ist aber: „Alle sind bereit, mitzufahren.“

Klar ist, dass zumindest Maximilian Arnold nicht mit dabei ist. Der 18-Jährige baut derzeit sein Abitur, soll sich auf die Schule konzentrieren. Gleiches gilt auch für U19-Mittelfeldspieler Julian Brandt. „Dass er ein überragender Spieler und ein großes Talent ist, ist ja über Wolfsburg hinaus bekannt“, sagt Hecking. „Ich hätte ihn vielleicht mitgenommen, wäre die Situation anders.“

Dass Hecking über Spieler wie Arnold und Brandt überhaupt nachdenkt, dürfte anderen Talenten Hoffnung machen. Galt der VfL bislang als Verein, der Nachwuchsspielern wenig bis gar keine Chancen gab, steht unter dem neuen Coach ein Mentalitätswandel bevor. „In Nürnberg habe ich jeden Dienstag mit den Trainern der U23, U19 und U17 zusammengesessen und über die Nachwuchsentwicklung gesprochen. Ähnliches würde ich auch gerne beim VfL einführen“, kündigt Hecking an.

Vielleicht sind die Zeiten in Wolfsburg ja nun wirklich vorbei, in denen Talente wie Sebastian Polter, Alexander Esswein oder Ja-Cheol Koo erst zu anderen Vereinen wechseln mussten, um den Durchbruch zu schaffen...

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
Leserkommentare (7)
    Weitere Artikel aus diesem Ressort