„Noch einmal alle Kräfte mobilisieren“

Wolfsburg  Gegen Bayer Leverkusen im Pokal-Achtelfinale hat der VfL Wolfsburg am Mittwoch die Chance, ein verkorkstes Jahr etwas zufriedenstellender zu beenden.

Diego war beim 3:1-Sieg des VfL gegen Leverkusen im November bester Wolfsburger.

Foto: Sebastian Priebe/regios24

Diego war beim 3:1-Sieg des VfL gegen Leverkusen im November bester Wolfsburger. Foto: Sebastian Priebe/regios24

Der VfL Wolfsburg verabschiedet sich mit der heutigen Achtelfinal-Partie im DFB-Pokal gegen Bayer Leverkusen (19 Uhr, VW-Arena) nicht nur von einem turbulenten Jahr 2012. Es könnte zudem auch das letzte Spiel für Interimstrainer Lorenz-Günther Köstner auf der Bank des Fußball-Bundesligisten sein.

Nach wie vor gibt es von VfL-Manager Klaus Allofs allerdings keine klare Aussage, wer mit Beginn der Rückrundenvorbereitung auf der Wolfsburger Bank sitzen wird. So macht sich auch Köstner weiter Hoffnungen, die Profis trainieren zu dürfen. „Es sagt keiner, dass es das letzte Spiel ist“, sagte der 60-Jährige am Dienstag, um dann doch doppeldeutig auf das letzte Pflichtspiel des Jahres und seinen möglicherweise letzten Einsatz als Interimscoach anzuspielen: „Aber letzte Spiele können auch die schönsten sein.“

Dafür müsste allerdings ein Sieg her gegen eine Spitzen-Mannschaft der Liga, die zudem mit dem VfL noch eine Rechnung offen hat. Am 11. November wurden die Leverkusener vom VfL mit einer 1:3-Pleite wieder auf die Heimreise geschickt, es war für die Bayer-Elf die erste Niederlage nach zuvor zwölf ungeschlagenen Pflichtspielen.

Mit seiner Vermutung, dass Bayer „besonders motiviert sein“ wird, liegt Köstner nicht verkehrt. „Letztes Mal haben wir dort nicht so gut gespielt und 1:3 verloren. Also ist Wolfsburg Favorit“, sagte Leverkusens Teamchef Sami Hyypiä zwar. „Aber wir fahren mit Selbstvertrauen dorthin. Und wir wissen, dass der Pokal der kürzeste Weg in den internationalen Fußball ist.“

Dass wissen auch die Wolfsburger, und anders als für die derzeit auf Rang 2 der Bundesliga stehenden Gäste ist der Pokal für den VfL wohl wirklich die einzige Möglichkeit, in der nächsten Saison international dabei sein zu können. Und nicht nur deshalb hofft Manager Allofs auf einen erfolgreichen Pokalauftritt. „Ich versuche den Spielern zu vermitteln, wie toll es ist, das Endspiel in Berlin bestreiten zu dürfen. So ein Pokalendspiel ist ein Höhepunkt für die gesamte Stadt“, sagte er und fordert: „Wir müssen alles tun, um diese Chance zu wahren.“

Damit rennt er bei seinem Interimstrainer offene Türen ein. „Ich hoffe auf einen guten Abschluss des Jahres, damit der Verein gestärkt in die Rückrunde gehen kann“, sagte er. Köstner hätte nichts dagegen, wenn es ähnlich laufen würde, wie in der Liga vor wenigen Wochen. „Wir haben damals eine erste Halbzeit gespielt, von der die Leute geschwärmt haben. Wenn wir wieder diese Leidenschaft und die kämpferischen Tugenden an den Tag legen, haben wir gute Chancen, weiterzukommen.“ Deshalb sei wichtig, dass seine Spieler „noch einmal alle Kräfte mobilisieren.“

Notfalls auch für 120 Minuten und ein Elfmeterschießen. Auf zusätzliches Strafstoßtraining hat Köstner dennoch verzichtet. „Das ist einfach eine besondere Situation, die sich im Training nicht wirklich nachstellen lässt“, sagte er. Während des Spiels werde er anhand der Entschlossenheit und Körpersprache seiner Spieler entscheiden, wer im Falle eines Falles zum Elfmeter antreten werde.

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