VfL bangt um Spielmacher Diego

Wolfsburg  Ausgerechnet vor dem Spiel bei Angstgegner Dortmund droht der zuletzt beste Wolfsburger Feldspieler auszufallen.

Mit schmerzverzerrtem Gesicht verließ Diego (links) gestern gestützt von VfL-Physiotherapeut Michele Putaro den Trainingsplatz.

Foto: VfL Wolfsburg

Mit schmerzverzerrtem Gesicht verließ Diego (links) gestern gestützt von VfL-Physiotherapeut Michele Putaro den Trainingsplatz. Foto: VfL Wolfsburg

Beim deutschen Meister und Angstgegner Borussia Dortmund will der VfL Wolfsburg morgen (15.30 Uhr) für eine Überraschung sorgen. Doch ausgerechnet jetzt muss der Fußball-Bundesligist um seinen zuletzt so stark aufspielenden Techniker Diego bangen.

Der Brasilianer zog sich am Donnerstagnachmittag beim Training im Zweikampf mit Emanuel Pogatetz eine schmerzhafte Knöchelverletzung zu, musste das Training abbrechen. Die Untersuchung bei Mannschaftsarzt Günter Pfeiler in Braunschweig brachte immerhin eine kleine Entwarnung: Beim 27-Jährigen wurde eine leichte Kapselverletzung im linken Sprunggelenk diagnostiziert. Sein Einsatz in Dortmund ist gefährdet, die medizinische Abteilung ist jedoch vorsichtig zuversichtlich, dass Diego rechtzeitig fit wird.

„Es wird schwer, aber wir wollen was mitnehmen“, hatte VfL-Manager Klaus Allofs gestern noch vor Diegos Verletzung gesagt. In den vergangenen vier Duellen ging jeweils der BVB als Sieger vom Platz. Nur gegen Bayern München verlor Wolfsburg in der Liga häufiger. Deshalb hielt VfL-Trainer Lorenz-Günther Köstner den Ball verbal flach: „Ich könnte sagen, wir stürmen den Signal-Iduna-Park. Aber das wäre populistisch. Da stehe ich nicht für.“ Der 60-Jährige forderte seine Profis lieber einmal mehr auf, die Grundtugenden abzurufen: „Wir dürfen nicht zugucken, wie die Dortmunder ihren Kombinationsfußball aufziehen. Wir müssen beherzt und energisch auftreten bei den Spaßfußballern.“

Der Respekt vor dem Team von Jürgen Klopp ist groß im VfL-Lager. Trotz des Rückstands von elf Punkten auf Spitzenreiter München hat der BVB die Meisterschaft noch nicht aufgegeben, ist Köstner überzeugt. Und Allofs ergänzte: „Die Mannschaft ist auf jeder Position doppelt besetzt. Deshalb ist es für mich auch nicht überraschend, dass sie in der Champions League so souverän weitergekommen ist.“

Nach zwei Punkten aus den vergangenen drei Spielen muss der VfL beim BVB und im letzten Hinrundenspiel gegen Frankfurt unbedingt punkten, will er noch einigermaßen fröhliche Weihnachten feiern. Köstner weiß, dass vor seiner Mannschaft ein weiter Weg liegt und Fantastereien nicht hilfreich sind. „Wir starten keine Aufholjagd. Wir müssen von unten wegkommen. Es hat noch keinem geschadet, wenn er auf dem Weg nach oben jede Treppenstufe berührt hat – sonst kann man stolpern.“

Kann Diego spielen, wird sich personell wenig ändern. Josué hat seine Muskelverletzung auskuriert und dürfte gegen Dortmund wieder in der Startelf stehen. Dafür müsste Vieirinha zurück auf die Bank. Makoto Hasebe würde von der Sechser-Position wieder ins rechte Mittelfeld rücken. „Einen Josué im Vollbesitz seiner Kräfte können wir gut gebrauchen“, sagte Köstner, der seine Spieler zuletzt verstärkt den Torabschluss üben ließ. „Wir haben vor allem aus Ecken und Freistößen zu wenig Tore gemacht“, moniert er.

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