Köstners Duell mit der alten Liebe Gladbach

Wolfsburg  Für VfL-Trainer Lorenz-Günter Köstner ist das Auswärtsspiel in Mönchengladbach eine Reise in die Vergangenheit. Hier begann seine Profi-Karriere.

VfL-Trainer Lorenz-Günther Köstner überspringt als Spieler im Trikot von Borussia Mönchengladbach seinen Gegenspieler vom Hamburger SV.

Foto: imago

VfL-Trainer Lorenz-Günther Köstner überspringt als Spieler im Trikot von Borussia Mönchengladbach seinen Gegenspieler vom Hamburger SV. Foto: imago

In seiner langen Karriere als Trainer und Spieler war Lorenz-Günther Köstner für viele Vereine aktiv. Den Interimscoach des VfL Wolfsburg kennt man als Übungsleiter der Spielvereinigung Unterhaching, des 1. FC Köln oder des Karlsruher SC. Auf dem Platz stand er für Bayer Uerdingen und Arminia Bielefeld. Ein Klub wird der 60-Jährige aber immer in besonderer Erinnerung behalten. Es ist Borussia Mönchengladbach, der nächste Gegner der „Wölfe“ in der Fußball-Bundesliga.

Bei den „Fohlen“ begann Köstner 1973 seine Profi-Karriere. Der VfL-Trainer war damals 21, sollte mit den Gladbachern zwei Jahre später Deutscher Meister und Uefa-Cup-Sieger werden. „Es war für mich etwas Besonderes, unter dem Trainer Hennes Weisweiler zu spielen. Gladbach war damals der beliebteste Verein, war für seinen Konterfußball berühmt“, erinnert sich Köstner.

Er spielte damals mit deutschen Fußball-Größen wie Jupp Heynckes und Berti Vogts zusammen. Auch wie er seinen Vertrag in Gladbach erhielt, weiß Köstner noch ganz genau. „Ich sollte damals bei Hennes Weisweiler vorspielen. Er hat mit mir dann etwa 15 Minuten Pass-Übungen gemacht“, sagt der Wolfsburger Coach. Doch Weisweiler spielte Köstner die Bälle nie in den Fuß, sondern zielte oft weit daneben. „Ich hab mir gedacht, wo spielt der denn die Bälle hin? Aber im Nachhinein habe ich verstanden, dass das ein Test war. Ich habe jeden Ball erlaufen, das hat Weisweiler gefallen“, meint Köstner heute. Trotzdem hatte er eigentlich nicht erwartet, einen Vertrag zu bekommen. Aber nach dem Training sollte er doch ins Büro gehen und seinen ersten Profi-Kontrakt unterzeichnen.

Morgen (20 Uhr) kehrt er mit den Wolfsburgern zu seiner alten Liebe Gladbach zurück, die inzwischen aber nicht mehr am Böckelberg, sondern im Stadion im Borussia-Park spielt. Doch auch an die neue Spielstätte der Gladbacher hat Köstner gute Erinnerungen. In seiner ersten Zeit als Interimstrainer der „Wölfe“ trat er schon einmal mit dem VfL bei den Rheinländern an, zwei Tage nach einem Europapokal-Spiel in Kasan (Russland). „Wir haben damals 4:0 gewonnen. Das war eine super Leistung der Mannschaft, vor allem bei diesen Umständen“, sagt Köstner.

Einer der Spieler, der damals wie heute in der Startelf des VfL stand, ist Marcel Schäfer. „Die zwei Spiele innerhalb von drei Tagen waren bei der Entfernung schon eine Tortur. Aber manchmal geht es ja dann gerade in solchen Spielen besonders leicht“, denkt auch er gerne an dieses Auswärtsspiel in Gladbach zurück. Zumal er die Atmosphäre im Borussia-Park stets als besonders empfindet. „Das Publikum ist toll, Gladbach ist immer eine Reise wert“, sagt der Linksverteidiger.

Das findet auch Köstner, aber nicht nur wegen seiner Vergangenheit in dem Verein. Er hofft, mit drei Punkten im Gepäck von dieser Auswärtsfahrt zurückzukommen. Seinen positiven Erinnerungen an die Borussia wäre dann eine weitere hinzugefügt.

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