Köstner ist „erschrocken“ über die Fehler seiner Mannschaft

Wolfsburg  Der VfL Wolfsburg hat die drittschlechteste Defensive der Fußball-Bundesliga. 17 Treffer kassierten die „Wölfe“ bereits in dieser Saison.

Lorenz-Günther Köstner (links) macht sich mit Co-Trainer Andries Jonker Gedanken, wie die VfL-Defensive stabilisiert werden kann.

Foto: regios/Ruiz

Lorenz-Günther Köstner (links) macht sich mit Co-Trainer Andries Jonker Gedanken, wie die VfL-Defensive stabilisiert werden kann. Foto: regios/Ruiz

Am Mittwoch bekamen die Spieler alle Gegentore nochmal vom Trainerteam auf Video gezeigt. Die Botschaft: Das muss anders werden.Am Dienstagabend hatte es sich Wolfsburgs Interimscoach Lorenz-Günther Köstner gemütlich gemacht. Die neue DVD für seinen Videoabend war gerade eingetroffen. Doch was der VfL-Trainer dann sah, trübte deutlich seine Stimmung, obwohl er gewusst hatte, was da auf ihn zukam. Alle 17 Gegentore seiner Mannschaft in der Bundesliga schaute sich Köstner an und war über die haarsträubenden Fehler seines Teams aufs Neue überrascht. Es hat mich schon erschrocken, das in der Häufigkeit zu sehen“, gibt der Coach zu. Für ihn aber kein Grund, das brisante Filmmaterial vor seinen Spielern zu verstecken – ganz im Gegenteil. Noch vor der ersten Trainingseinheit bekamen die VfL-Profis am Mittwoch die fußballerische Horrorshow vorgesetzt. Jedem sollte noch einmal bewusstwerden, was da alles in den vergangenen Wochen schiefgegangen war.

Die wichtigste Erkenntnis: Der VfL stand in den bisherigen Saisonspielen viel zu weit auseinander. „Wir sind jetzt bereits viel kompakter, hatten in den vergangenen drei Spielen nicht mehr die Situation, dass unsere Gegenspieler allein auf das Tor zulaufen“, sagt Köstner. Aber: „Auch das Gegentor gegen Nürnberg lässt sich verteidigen“, fügt er hinzu.

Deshalb ist neben der Entwicklung des Offensivspiels die Stabilisierung der Abwehr ein Schwerpunkt in dieser Trainingswoche. Den spielerisch starken Leverkusenern wollen die Wolfsburger nur wenig Raum für Kombinationen geben. Deshalb müssen sich nicht nur die Abwehrspieler verbessern. „Wir müssen insgesamt mehr Druck auf den ballführenden Spieler ausüben“, fordert Köstner.

Ihm ist aber auch klar, dass sich in der Bundesliga nicht jede Flanke und jeder Pass verhindern lassen. Daher sei auch noch etwas anderes wichtig: Im direkten Duell müssen sich die Wolfsburger Spieler auch mehr behaupten. „Gegen einen Mario Mandzukic beispielsweise ist natürlich schwer zu verteidigen, aber dann muss man eben mehr seinen Körper einsetzen“, sagt Köstner. Das habe Außenverteidiger Fagner bei Nürnbergs Treffer nicht gemacht. Der Brasilianer war gegen Timo Gebhart viel zu passiv, ging gar nicht in den Zweikampf.

Solche Fehler sollen gegen Leverkusen nicht passieren. Ob das gelingt? Köstner hofft zumindest, dass die Videoanalyse einen positiven Effekt hatte. Das Ergebnis wird sich am Sonntag auf dem Platz zeigen.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
Leserkommentare (10)
    Weitere Artikel aus diesem Ressort