Amtlich! Diego bleibt beim VfL

Wolfsburg  Die Fehler von einst zählen nicht mehr: Felix Magath hat sich mit Diego versöhnt. In einem offenen Brief entschuldigt sich der umstrittene Mittelfeldstar jetzt bei den VfL-Fans.

Diego spricht am Freitag auf einer PK in der Volkswagen Arena in Wolfsburg. VfL-Trainer Magath bestätigte den Einsatz Diegos in der kommenden Saison.

Foto: dpa

Diego spricht am Freitag auf einer PK in der Volkswagen Arena in Wolfsburg. VfL-Trainer Magath bestätigte den Einsatz Diegos in der kommenden Saison. Foto: dpa

Der lange zum Verkauf angebotene Ballkünstler Diego spielt in der kommenden Saison wieder für den VfL. „Die Entscheidung ist gefallen: Diego wird bei uns bleiben“, verkündete Wolfsburgs Trainer und Manager Magath am Freitag in Wolfsburg. Diego soll gar zum Fixpunkt der Wolfsburger Offensive werden. „Er wird die Nummer zehn bekommen, was ja schon aussagekräftig ist. Er soll den Takt vorgeben“, verkündete Magath. „Wir wollen unter die besten Teams in Deutschland, aber auch in Europa. Da ist es nicht schlecht, so einen Spieler in seinen Reihen zu haben.“

Der in Wolfsburg lange Zeit geächtete Brasilianer versprach den Fans angesichts von so viel Vertrauen: „Ich will jetzt die beste Saison meiner Karriere spielen.“

Dass Diego, der noch bis 2014 an den VfL gebunden ist, wieder für Wolfsburg in der Bundesliga auf Torejagd geht, wäre eigentlich nicht sonderlich bemerkenswert, hätte es nicht einen folgenschweren Vorfall im Mai 2011 gegeben. Der eigenwillige und als Egomane geltende Brasilianer verließ damals in Hoffenheim fluchtartig das Mannschaftshotel, weil er von Magath nicht für die Startelf nominiert worden war. Und das ausgerechnet vor dem entscheidenden Spiel um den Klassenverbleib. Fortan war Diego bei Magath, den Mitspielern und den Fans unten durch und wurde an Atlético Madrid verliehen.

Ein Verkauf Diegos scheiterte

„In einem gemeinsamen Gespräch haben wir festgestellt, dass eine weitere Zusammenarbeit schwierig wäre und dass es besser ist, sich zu trennen“, hatte Magath damals gesagt. Ein angestrebter Verkauf scheiterte allerdings, es reicht nur zur Ausleihe an Atlético. Dort spielte der Ballvirtuose eine starke Saison, gewann die Europa League und wurde zum Fanliebling.

Gerne hätten die Spanier Diego ganz verpflichtet, doch fehlte es Atlético am nötigen Kleingeld. Zwar habe es „viele Interessenten“ gegeben, doch man habe sich mit den Clubs nicht auf einen Wechsel einigen können, sagte der VfL-Trainer.

In Magath reifte daher der Entschluss, den Ausnahmespieler wieder zu integrieren. „Ich danke Herrn Magath für sein Vertrauen und die zweite Chance hier. Ich habe Fehler gemacht, bin jetzt aber froh, wieder hier zu sein“, sagte Diego, der sich inzwischen bei Magath entschuldigt haben soll. Beide appellierten zudem an die Fans, Diego zu verzeihen. Der Verein veröffentlichte am Nachmittag einen offenen Brief des Spielers. Darin heißt es: „Ich hoffe, dass Ihr, liebe Fans, mir auch diese zweite Chance gebt. Versprechen kann ich Euch, dass ich in dieser Saison der Spieler sein will, der die Mannschaft mit nach Europa führt. Dafür bitte ich Euch um Eure uneingeschränkte Unterstützung.“

Gegen Manchester City soll Diego spielen

Magath hatte in den letzten Wochen bereits wieder versucht, den früheren Werder- und Juve-Star zu integrieren. Auch an diesem Samstag soll Diego im Testspielhit gegen Manchester City (20.30 Uhr/Sport 1) zum Einsatz kommen. „Ob es aber schon für 90 Minuten reicht, wage ich zu bezweifeln“, sagte Magath, der zuletzt den konditionellen Zustand Diegos gerügt hatte.

Aus diesem Grund hatte der VfL-Trainer auch auf eine Entscheidung vor Sonntag gepocht, wenn Wolfsburg ins abschließende Trainingslager nach Österreich fährt. Dort will Magath sein Team für die kommende Saison komplett haben. „Er muss jetzt mit der Mannschaft harmonisiert werden. Von daher ist es wichtig, dass er in Österreich dabei ist, um topfit zu werden“, sagte Magath über Diego.

Andere Profis wie der zuletzt ebenfalls verliehene Däne Simon Kjaer, Alexander Madlung, Marco Russ, Makoto Hasebe, Peter Pekarik und Patrick Ochs können dagegen nicht auf Magaths Milde hoffen. Diese Spieler fahren nicht mit nach Österreich und können sich einen neuen Verein suchen. Bei Kjaer und Madlung könnte dies sogar schnell gehen. „Da könnte ein Abschied nahen“, meinte Magath vielsagend.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
Leserkommentare (21)
    Weitere Artikel aus diesem Ressort