Vier Wolfenbütteler für die Lions
American Football-Bundesligist Braunschweig vertraut auf Stützen aus der Nachbarstadt
Am Sonntag starten die Bundesliga-Footballer der Braunschweig Lions in die neue Spielzeit. Dann werden erstmals in der höchsten deutschen Spielklasse, der German Football League (GFL), vier Wolfenbütteler im Aufgebot der Löwenstädter stehen.
Neben den bereits im vergangenen Jahr für die Lions spielenden Defensivkräften Florian Brand, Christian Heimberg und Nelson Mokwena ergänzt nun Adrian Möker den Kader des Bundesligisten.
Viel Spielzeit erarbeiten
Obwohl der 20-Jährige bereits bei den Junior Lions drei Jahre Erfahrungen gesammelt hat, ist die Aufgabe Bundesliga eine große Herausforderung für den Wolfenbütteler: "Natürlich ist es eine riesige Chance für mich. In erster Linie möchte ich mich stetig weiterentwickeln und versuchen, mir Spielzeit zu erarbeiten", gibt sich Möker bescheiden.
Entgegen seinen drei Wolfenbütteler Teamkollegen ist Möker Teil der Offensive Line. "Meine Aufgabe ist es, unseren Quarterback zu schützen und Löcher für meine Mitspieler freizublocken", erklärt er. Dafür wirft er seine 129 Kilogramm ohne Rücksicht auf Verluste in den Weg. "Der Körperkontakt macht für mich den Reiz am American Football aus", sagt Möker. Über die Verletzungsgefahr denkt er nicht nach, was aber nicht mit seiner Ausbildung beim Deutschen Roten Kreuz in Wolfenbüttel zusammenhängt.
Verarzten lassen könnte er sich aber von Florian Brand, der in Köln ein medizinisches Vorstudium absolviert. Er ist der Erfahrenste der vier Lessingstädter. Seit 2003 gehört der 25-Jährige bereits zum Braunschweiger GFL-Team.
Nachdem die erfolgsverwöhnten Lions im vergangenen Jahr sogar die Playoffs verpassten, hat er für die bevorstehende Spielzeit klare Vorstellungen: "Wir wollen das, was im letzten Jahr passiert ist, vergessen machen. Die Playoffs sind absolutes Minimalziel."
Um zum sportlichen Erfolg beizutragen, pendelt er zweimal wöchentlich von Köln nach Braunschweig – um zumindest eine der drei Trainingseinheiten und das Spiel absolvieren zu können. Außerdem engagiert er sich nebenbei als Coach bei den Junior Lions, bei denen mit Felix und Luke Ebel sowie Nick Ahrens auch schon Wolfenbütteler Nachwuchs parat steht.
Basketballer nun Footballer
Von seiner Erfahrung profitieren auch Nelson Mokwena, der vor seiner zweiten Saison bei den Braunschweigern steht, und Christian Heimberg. Mokwena dürfte in Wolfenbütteler Basketballkreisen bekannt sein. Dort durchlief er knapp zehn Jahre lang die Jugendmannschaften, ehe sich der 21-Jährige aufgrund der besseren Perspektive für den etwas härteren und schnelleren Sport entschied.
Das nötige Talent, um im Football etwas zu erreichen, attestiert ihm sein Mitspieler Christian Brand: "Nelson hat großes Potenzial, und er bringt die körperlichen Voraussetzungen mit, um in der GFL bestehen zu können."
Der Vierte im Bunde ist Christian Heimberg, der von den Black Wolves Wolfenbüttel zu den Löwenstädtern wechselte. Der 22-Jährige verfügt mit 2,04 Metern und 122 Kilo ebenfalls über Football-Gardemaße.
Die vier Lessingstädter in der neuen GFL-Saison alle dasselbe Ziel: Wiedergutmachung für die vergangene Spielzeit – und einen möglichst langen Verbleib in den Playoffs.


