Torjäger, Lückenreißer und Arbeitsbiene
Wolfenbüttel Ladehemmung? Nein, die würde sich Jörn Winkler nicht bescheinigen. Trotz ausbleibender Torerfolge wirkt der Angreifer des MTV Wolfenbüttel gelassen.
Erst 3 der 35 Saisontore des Fußball-Landesligisten gehen auf das Konto des „Langen“. Eine ungewohnt dürftige Ausbeute für den groß gewachsenen Angreifer. Allerdings keine beunruhigende. „Mir fehlt zwar das eine oder andere Tor, aber das wird schon noch kommen“, ist sich der 27-Jährige sicher.
Auch ohne Winkler-Tore rangiert der MTV nach Abschluss der Hinrunde auf Platz zwei, Spitzenreiter Freie Turner ist mit fünf Punkte Vorsprung in Reichweite. Winkler beunruhigt der Rückstand nicht. „Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Turner gut dafür sind, Vorsprünge noch zu verspielen“, sagt der bei einem Wolfenbütteler Küchenhersteller als kaufmännischer Angestellter beschäftigte Winkler. Er spricht aus eigener Erfahrung, die er im Trikot des Teams aus dem Prinzenpark gemacht hat. „Wir hatten mit den Turnern in einer Saison mal sieben Punkte Vorsprung vor Göttingen, acht Monate später lagen wir zwölf Punkte hinter Göttingen.“ Was Winkler damit ausdrücken will: Eine Spielzeit wird nicht im Spätherbst abgerechnet. „Die entscheidende Phase ist an Ostern. So lange müssen wir nicht auf die Turner schauen, sondern nur auf uns.“
Womöglich schon an diesem Sonntag (14 Uhr) im Heimspiel gegen den SSV Vorsfelde, spätestens aber in den Partien nach der Winterpause will Winkler auch als Torschütze seinen Beitrag dazu leisten, dass die Wolfenbütteler den Druck auf die Turner aufrecht halten. „Seit ungefähr drei Wochen fühle ich mich beschwerdefrei“, erzählt der Wolfenbütteler. Eine in der Saisonvorbereitung erlittene Fußverletzung habe ihn monatelang behindert. „Ich habe lange daran laboriert, inzwischen bin ich aber richtig fit.“
Voll des Lobes für seinen Stoßstürmer ist MTV-Trainer Peter Lux. „Jörn ist wertvoll, weil er viel für die Mannschaft arbeitet. Er zieht immer ein, zwei Gegenspieler auf sich und schafft so den Platz für seine Nebenleute“, sagt Lux. „Und ein Spieler, der viel arbeitet, wird irgendwann auch dafür belohnt.“
Mit der Rolle als Arbeitsbiene kann Winkler gut leben. „Wichtiger als meine Tore ist der Erfolg der Mannschaft. Und der ist im Moment da.“ Profiteure des unermüdlichen Einsatzes Winklers waren bislang Zdravko Tuzlak (12 Saisontore) und Marcel Schaare (9). „In der Rückrunde kann das ganz anders aussehen“, sagt Lux. „Wir haben in der Offensive so viel Qualität, dass auch Sadik Balikci und eben Jörn Winkler ordentlich zuschlagen könnten.“
Vor Sonntaggast Vorsfelde warnt Winkler: „Das ist eine der spielstärksten Mannschaften der Landesliga.“ Lux sorgt sich eher um die Einstellung seiner Elf. „Wir müssen engagierter auftreten als in der ersten Halbzeit gegen Gitter. Sonst bekommen wir wieder Probleme.“
