„Wir haben nicht fest genug gespielt“
Salzgitter-Bad Kapitän Stefan Blanke und das Union-Team verspielten in der Tischtennis-Landesliga 7:5-Führung und unterlagen 7:9 im Spitzenspiel gegen den VfB Peine.
Die 50 heimischen Tischtennis-Fans haben 215 Minuten vergeblich gehofft und gebangt. Es hat nicht gereicht. Union Salzgitter hat seinen Heimvorteil im Spitzenspiel der Landesliga nicht genutzt und 7:9 gegen VfB Peine verloren. Die Peiner bleiben durch ihren Sieg ohne Punktverlust, während die Sölter auf den dritten Platz zurückgefallen sind.
Für Union begann das Nachbarschaftsduell verheißungsvoll. Zwar stolperte die bislang siegreiche Einser-Kombination Stefan Blanke/Marco Görlitz in drei Sätzen über die aggressiv attackierenden Youngster Alexander Ahlbrecht (15)/Jens Oehlmann (19). Aber Stefan Knoblauch und Marcell Legowy überzeugten in dieser Disziplin ebenso wie Florian Wegner/Michael Weichel. Die bezwangen Jonas Hansen und Senioren-Bezirksmeister Stefan Mudrow 10:12, 11:8, 13:11 und 11:8.
Die Freude des Sölter Anhangs in der kleinen Altstadtturnhalle wurde noch größer, als Blanke seine Spitzenstellung (11:0) im oberen Drittel gegen Michael Kraft in drei Sätzen verteidigte. Mit seiner besten Saisonleistung brachte Knoblauch Niedersachsens besten A-Schüler 2011, den Peiner Ahlbrecht, fast ins Straucheln. Knoblauch egalisierte einen Zweisatz-Rückstand mit 11:9,11:9 und zog im Entscheidungssatz nur sehr unglücklich 9:11 den Kürzeren.
Nicht weniger bitter verlief das Kräftemessen von Görlitz mit Jansen, wo die Nummer drei der Hausherren bereits mit 2:1 in Sätzen und 9:5 vorn lag, ehe die Rasseln des Gästeanhangs Wirkung bei dem 29-jährigen Linkshänder zeigten und Görlitz nach einem 9:11 im Entscheidungssatz 2:11 regelrecht einging.
„Das waren sicherlich Schlüsselspiele, die das Endergebnis maßgeblich beeinflussten“, behauptete Union-Kapitän Blanke. Trotz der immer stärker aufkeimenden Euphorie der jungen Gästeauswahl ließen sich Florian Wegner, Blanke, Knoblauch und Görlitz nicht entmutigen und bauten den Vorsprung zunächst auf 7:5 aus.
Dabei zeigte vor allem Routinier Blanke (39) gegen den 24 Jahre jüngeren Heißsporn Ahlbrecht eine Glanzleistung, als er trotz eines 3:8-Rückstands im Finaldurchgang achtmal in Folge punktete. „Alexander spielt sehr hart und lädt sofort durch. Der Junge hat Oberligaformat. Ich musste mit hohem Risiko wirklich alles geben, um das Ding noch umzubiegen“, kommentierte den glücklichen Erfolg.
Das Pendel schlug erneut zur anderen Seite um, weil Wegner an Hansen in fünf Sätzen scheiterte und das untere Drittel mit Weichel und Legowy auch das zweite Einzel verlor. Im Schlussdoppel ließen sich Routinier Blanke und Görlitz trotz eines 8:5-Polsters von Kraft/Wassermann den Schneid abkaufen und unterlagen 9:11. „Das war bitter. Wir haben nicht fest genug gespielt“, übte der Union-Chef Selbstkritik und sagte weiter: „Ich bin richtig kaputt. Das ging an die Substanz.“

