Ludwigsburg ist auch als Zweiter glücklich
Ludwigsburg Als Gastgeber Weltmeister zu werden, das ist immer besonders schön. Die Russen kennen das Gefühl, die Braunschweiger und auch die Ludwigsburger.
Als Gastgeber Weltmeister zu werden, das ist immer ganz besonders schön. Die Russen kennen das Gefühl, die Braunschweiger, klar, und natürlich auch die Ludwigsburger. Vizeweltmeister im eigenen Haus zu werden, das wirkt allerdings meistens extrem Spaß befreiend. Doch nicht so am Samstag. Die Ludwigsburger freuten sich mächtig über den zweiten Rang. „Vor vier Monaten hatten wir noch nicht einmal ein Team zusammen. Was unsere Trainer und die Mannschaft geleistet haben, ist fantastisch“, sagte Ludwigsburgs Klub-Präsidentin Gaby Wulff.
Wie bei der deutschen Meisterschaft vor zwei Wochen in Düsseldorf steigerten sich auch diesmal die Schwaben von Runde zu Runde. Mit dem Unterschied, dass sie am Samstagmittag in der Vorrunde mit einer Qualität anfingen, die der vom Düsseldorfer Finale sehr ähnlich war. „Wir wissen, dass wir nicht ganz fehlerfrei sind. Aber die Choreographie ist ja auch noch ganz neu. Und wenn man weiß, was Braunschweig kann und was die Russen können, darf man nicht einfach mit dem Sieg rechnen“, meinte Ludwigsburgs Trainer Norman Beck. Und er fügte hinzu: „Zwei deutsche Teams vorn. Das ist doch super!“
Die Russen von Vera Tyumen fanden das nicht so gut. Schließlich war ihnen der Sprung nach ganz oben zugetraut worden. Aber sie haben es selbst verpatzt, boten unerwartet viele Fehler an, auch im Finale. Vielleicht hat das Team von Vera Tyumen aber auch eine Niederlage riskiert, schon kräftig Nachwuchs eingebaut, um für nächstes Jahr zum WM-Heimspiel das besondere Gefühl des Gastgebersieges anzupeilen.
Da haben nach zwei WM-Siegen in Folge die Braunschweiger natürlich etwas dagegen. Und die mit neuem Selbstbewusstsein ausgestatteten Ludwigsburger auch. „Der zweite Platz macht Mut, weiter anzugreifen“, fand Gaby Wulff. Auch Beck blickte schon einmal nach vorn: „Zwei Deutsche auf Platz eins und zwei. Wenn wir das in Russland schaffen, wäre das der Hammer.“ Und er schob mit einem Lächeln hinterher: „Egal, wer dann vorn liegt.“



