„Feuerwerk der Turnkunst“ reißt Zuschauer mit
Braunschweig Am Freitagabend fand in der VW-Halle die erste von insgesamt drei Aufführungen in Braunschweig statt. Mit dabei war auch Slackliner Immanuel Bumb.
Mehr als 6000 Zuschauer bejubelten am Freitagabend in der Braunschweiger VW-Halle die erste von insgesamt drei Aufführungen vom „Feuerwerk der Turnkunst“. Einer der Künstler ist der 23 Jahre alte Slackliner Immanuel Bumb. Redakteur Christian Schiebold sprach mit dem ehemaligen Leistungsturner aus Saarbrücken, der zu den besten Slacklinern der Welt zählt.
Herr Bumb, die beiden seit Wochen ausverkauften Vorführungen am heutigen Samstag bilden den Abschluss knapp vierwöchigen Tournee. Sind Sie wehmütig oder erleichtert?
Von beidem etwas. Mein Körper sehnt sich nach Freizeit. Für den war die Tournee eine extreme Herausforderung, ohne unsere Physiotherapeuten wäre ich aufgeschmissen gewesen. Auf der anderen Seite bin ich auch ein wenig wehmütig, schließlich hatten wir Artisten eine unglaubliche Zeit zusammen. Es war eine unheimlich interessante Erfahrung, so viele Menschen kennenzulernen, die aus dem selben Genre kommen. Insbesondere die japanischen Künstler, mit denen ich mir die Umkleide geteilt habe, werde ich vermissen.
Sie hatten in 21 Städten 35 Vorführungen. Wussten Sie eigentlich zu jeder Zeit der Tournee, wo Sie gerade waren?
Nein, das hat man teilweise gar nicht mehr wahrgenommen. Die Show geht meistens bis 22 Uhr, vor 23 Uhr ist man nicht aus der Halle raus. Und dann geht es mit dem Bus durch die Dunkelheit in eine andere Stadt, in ein neues Hotel. Da kann man schon mal die Orientierung verlieren.
Gibt es einen Auftritt, der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Kiel war für alle Künstler der absolute Wahnsinn, da sind die Menschen in der Halle förmlich ausgeflippt. In Frankfurt habe ich eine besonders gute Performance abgeliefert, weil meine ganze Familie da war.
Sie haben eingangs die hohe körperliche Belastung angesprochen. Sind Sie denn von Blessuren verschont geblieben?
Weitestgehend ja. Einmal hatte ich große Knieprobleme, da konnte ich das Gelenk auf der Busfahrt kaum knicken. Die Physios haben mich dann, Gott sei Dank, rechtzeitig bis zum nächsten Auftritt wieder fit gekriegt.
Wie sind Sie eigentlich zum „Feuerwerk der Turnkunst“ gekommen? Sie sind ja zuvor nicht als professioneller Artist in Erscheinung getreten.
Ich habe Ende November überraschend die Anfrage bekommen. Um ehrlich zu sein, hatte ich bis dahin noch nie etwas von dieser Turnshow gehört. Ich habe mich danach mit der Choreographin getroffen, dann ging alles ganz schnell. Am Ende blieben mir zum Proben noch ganze sechs Tage, an denen ich mein Programm 48 mal durchgezogen habe.
Können Sie schon absehen, was sich durch die Tournee in Ihrem Leben ändert?
Die Tour hat mir vor Augen geführt, dass ich künftig als Artist arbeiten möchte. Ich weiß, dass das nichts ist, was ich jetzt mein ganzes Leben mache, aber für den Moment ist es genau das Richtige. Ich habe auch schon eine Anfrage vom Zirkusfestival in Basel, wo ich im Mai auf der Bühne stehen soll. Deshalb werde ich mich fürs Erste liebevoll von meinem BWL-Studium verabschieden. Das kann ich später immer noch machen.
Auf was freuen Sie sich am allermeisten, wenn Sie morgen nach Saarbrücken in Ihre WG heimkehren?
Meine Idee ist es, erst einmal die Tür zuzumachen und einen Tag lang niemanden sehen zu müssen.
