Ein Festtag für die Lions-Fans
2012-02-06T19:08:22+0100Braunschweig. Zur Superbowl-Party kamen fast 600 Football-Anhänger in die VW-Halle. Der neue Sponsoren-Pool boomt.
Der Superbowl, das Endspiel um den Football-US-Titel, ist das größte Eintages-Sportereignis der Welt. Doch für die Lions-Fans aus Braunschweig war es in der Nacht zum Montag nur ein Sahnehäubchen, krönender Abschluss einer tollen Lions-Party in der VW-Halle.
Es ist schon etwas Außergewöhnliches, in der Nacht vor einem ganz normalen Arbeitstag 583 Menschen dafür zu begeistern, den Start der Nachtruhe um mehrere Stunden zu verschieben, um ein bisschen Zeit zu verbringen mit puren Amateursportlern.
Die Lions nutzten die Stunden vor dem Superbowl, um ihre neue Mannschaft zu präsentieren. Dabei waren die künftigen Stars, die Importspieler, noch nicht einmal mit von der Partie. Und trotzdem wollte der Applaus der Fans gar kein Ende nehmen, als jeder Akteur vorgestellt wurde und fast alle ein paar Worte an die Anhänger richteten.
Drumherum um die Team-Vorstellung hatte Cheftrainer und Manager Phil Hickey ein buntes, kurzweiliges Musik- und Showprogramm gebastelt, das ebenfalls sehr gut ankam. „Ich bin immer wieder erstaunt, wie tief die Leidenschaft für die Lions in den Braunschweigern steckt. Das ist beeindruckend, und ich könnte nicht glücklicher sein“, sagte Hickey.
Seinem Ruf zur Lions-Superbowl-Party waren auch Ehemalige gefolgt, Helden, Idole, die maßgeblichen Anteil daran haben, dass die Lions deutsche Rekordmeister sind. Ein Familientreffen im großen Rahmen. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass die Braunschweiger Footballer dieses Jahr ein Jubiläum feiern, die Lions werden 25 Jahre alt. Und viele, die Sonntagnacht dabei waren, zählten schon zu den Fans der ersten Stunde – und ebensolche Spieler. 2012 ist bei den Lions also die Zahl 1987 allgegenwärtig, gedanklich, aber auch ganz real.
Für Thomas Krecklenberg, Geschäftsführer des Modeunternehmens New Yorker, das die Vermarktungsgesellschaft der Lions vor wenigen Wochen übernommen hat, bringt die Zahl 1987 sogar Bares in die Lions-Kasse. „Wir haben einen neuen Sponsoren-Pool gegründet: Lions Pool ‘87. Die Mitgliedschaft beträgt pro Jahr 1987 Euro. Und ich bin total begeistert, wie aus dieser Idee ein echter Renner geworden ist.“
Wie schon bei der Übernahme der Lions-Geschäfte verdeutlichte Krecklenberg erneut, dass New Yorker zwar nach wie vor der größte Lions-Sponsor ist, aber keinesfalls der einzig nötige. „Wir wollen helfen, dass die Lions zurück an die Spitze kommen. Und dazu benötigen wir viele Unterstützer“, sagte er mit Nachdruck, verschwand in der VW-Halle und schaute sich mit den Fans die Superbowl-Übertragung an.
Am Ende siegten die New Yorker, die Giants, rein zufällig war das in dieser Nacht gut für ein Wortspiel. Und ebenso zufällig hatte Hickey genau diesem Team die Daumen gedrückt. Nur gesehen hat der Coach die packende Schlussphase des Spiels nicht.
„Ich habe während des vierten Viertels ein paar wichtige Gespräche mit einigen Spielern geführt“, erklärte der Coach. Das ist seine Arbeit. Selbst an Tagen und Momenten, an denen man als Football-Begeisterter nur Spaß haben möchte.


