Brunswig verpasst das WM-Finale
Braunschweig Alles gegeben, aber bei der Konkurrenz war nicht mehr drin. Fabian Brunswig hat den Sprung ins 1500-Meter-Finale bei der U-20-WM verpasst.
„Es lief anders als erhofft“, sagte der 19-Jährige von der LG Braunschweig. Die Konkurrenten in Barcelona machten ihm den Gefallen nicht und bummelten zumindest in der ersten Hälfte des Rennens nicht.
„Die haben sofort alle Vollgas gegeben“, bilanzierte Brunswig seinen Vorlauf, der schon um 10.15 Uhr bei angenehmen 25 Grad gestartet wurde. Nur die drei Erstplatzierten sowie drei Zeitschnellste qualifizierten sich für das Finale.
„Nach 1000 Metern war ich Vorletzter, aber dann habe ich noch einige eingesammelt“, erzählte der Braunschweiger, dessen große Stärke die letzte Runde ist – aber natürlich nicht bei diesem großen Rückstand. „Von Beginn an Vollgas – das kann ich nicht“, sagte er und fügte trotzig und optimistisch zugleich an: „Noch nicht.“ Denn die Entwicklung des großen deutschen Lauf-Talentes ist noch lange nicht beendet.
„Es hat aber trotzdem riesig Spaß gemacht“, blickte Brunswig zurück. „Dieses tolle Stadion, das ganze Drumherum einer Weltmeisterschaft, ich habe den Lauf genossen. Das war schon eine Gänsehaut-Atmosphäre“, so der 19-Jährige. Und die Erfahrung wird ihn weiter bringen. „Es ist zwar schade, dass es nicht fürs Finale gereicht hat, klar bin ich enttäuscht, aber ich nehme trotzdem viel Positives mit nach Hause.“
Am Ende stand für Brunswig im Vorlauf Rang sieben in 3:48,72 Minuten in der Statistik. Seine persönliche Bestzeit sind 3:46,52 Minuten. Aber auch die hätte in seinem Vorlauf nur zu Platz sechs gereicht.
Zum Vergleich: Die Drei, die aus Brunswigs Vorlauf ins Finale einzogen, waren Hamza Driouch aus Katar (3:38.06 min.), Yenew Tebikew aus Äthiopien (3:42.69 min.) und der Chilene Carlos Diaz (3:43.16 min.)
Im Vorlauf des zweiten deutschen Starters, Julius Lawnik vom SC Magdeburg, machten ein Kenianer, ein Äthiopier und ein Marokkaner Tempo. „Das ist halt eine WM“, sagte der 16-Jährige. „Jetzt bin ich ziemlich kaputt. Das ist schon alles ein bisschen ungewohnt. Aber für mich ist es wichtig, Erfahrungen zu sammeln. Eventuell kann ich nächstes Jahr bei der U-20-EM was reißen – oder in zwei Jahren bei der nächsten WM.“ In Barcelona lief Lawnik 3:49,51 Minuten, Vorlaufplatz neun.
Brunswig wird noch bis Sonntag die WM-Atmosphäre genießen und dann heimkehren – Tage, die der LG-Läufer bestimmt so schnell nicht vergessen wird.
