Zitterpartie zum Pflichtsieg gegen Trier
Braunschweigs Basketballer bleiben auf Erfolgskurs. Mit dem schwer erkämpften 78:72 (36:29) gegen Trier feierten sie den dritten Sieg im neuen Jahr.
Die Phantoms-Fans in der VW-Halle mussten allerdings wieder mächtig zittern. Denn bis eine Minute vor Schluss lag ihre Mannschaft gegen den kampfstarken Tabellenvorletzten zurück. Wieder einmal war es "Mister Defense" Immanuel McElroy, der die entscheidende Aktion für sein Team landete. In Gemeinschaftsproduktion mit Branko Jorovic klaute er Triers Dreierspezialist Nate Linhart den Ball, stürmte zum Schnellangriff davon und erzielte 35 Sekunden vor dem Ende das 73:71. Weil anschließend Triers Spielmacher Dru Joyce zwei Freiwürfe vergab und sein Team zum Mittel der taktischen Fouls greifen musste, brachten die Braunschweiger die Partie nun ihrerseits von der Freiwurflinie nach Hause.
"Ich bin froh, dass wir am Ende die Nervenstärke hatten und noch gewonnen haben", meinte Trainer Sebastian Machowski und sprach seiner Mannschaft zumindest für die letzten drei Minuten ein Lob aus, in denen sie einen Sechspunkterückstand (60:66) wettmachen musste. Bis zu Linharts Dreier zum 68:71 lagen die Gäste vorne, die nicht nur leidenschaftlich und hart fighteten, sondern auch taktisch enorm clever agierten. "Egal, welchen Spielzug ich angesagt habe, die wussten immer schon genau, was wir machen wollten und haben es verhindert", staunte Phantoms-Spielmacher LaMarr Greer über die hervorragende Vorbereitung der Trierer. Und auch Machowski zollte seinem ehemaligen Teamkollegen bei Alba Berlin und jetzigen Trainerkollegen Henrik Rödl großen Respekt für den Auftritt seiner Mannschaft, der in Kapitän Dragan Dojcin noch ein starker Spieler unter dem Korb fehlte.
Warum die Braunschweiger sich allerdings wieder einmal das Leben selbst so schwer gemacht hatten, konnte sich der Phantoms-Coach auch nicht erklären. An die starke, energiegeladene und begeisternde Leistung gegen Bayreuth konnten sie zwar nicht anknüpfen. Doch das Teamspiel stimmte. Und nachdem sie von ursprünglich elf Punkten Vorsprung (32:21, 17.) zumindest sieben in die Halbzeit gerettet hatten (36:29), zogen sie danach schnell auf 41:29 (22.) weg. Und angesichts weiterer Ballgewinne schien alles den erhofften Gang in Richtung eines klaren Pflichtsiegs zu gehen.
Aber Trier schraubte die Intensität in der Verteidigung nochmal hoch und brachte die Phantoms-Offensive damit völlig aus dem Konzept. Es folgten 13 Minuten Grusel-Basketball auf Braunschweiger Seite mit der Bilanz von 19:37. "Da haben wir den Faden so was von verloren", kommentierte Machowski, dem lange Zeit an der Seitenline auch nichts einzufallen schien.
Das lag auch daran, dass die Gäste ihr Spiel nun erfolgreich von weiter außen aufzogen, weil sie unter dem Korb nicht am erneut starken Phantoms-Center Kyle Visser vorbei kamen. Nach null Distanztreffern in Hälfte eins versenkte Trier nach dem Seitentausch noch sechs Dreier bei zehn Versuchen. Und Nationalspieler Philip Zwiener (26 Punkte) war kaum noch zu bremsen.
Zum Glück fingen sich die Phantoms aber noch rechtzeitig. Mit fünf starken Aktionen erzwangen sie die Wende. Erst klaute Greer dem Gegner den Ball, und McElroy vollstreckte, dann traf der nachverpflichtete Michael Umeh einen Dreier und einen Korbleger zum 68:68, dann egalisierte der ansonsten erneut enttäuschende Branko Jorovic per Dreier die erneute Trierer Führung zum 71:71, und McElroy brachte sein Team wieder nach vorne.
Eine weitere Heim-Niederlage gegen ein Kellerteam wäre eine kleine Blamage gewesen für den Tabellenfünften, auch wenn in Rich Melzer und Dennis Schröder zwei Spieler verletzt fehlten. So aber herrschte bei den Fans zumindest Erleichterung und große Freude bei den Phantoms. Die Profis wollen nun vor dem Allstar-Tag, bei dem sie nicht beteiligt sind, eine kleine Pause einlegen und Kräfte sammeln für die nächste Heimpartie gegen Meister Bamberg am 28. Januar.
Phantoms: McElroy 14 (5 Vorlagen), Umeh 12, Greer 11 (3 Vorlagen), Visser 10 (7 Rebounds), Jorovic 9 (4 Vorlagen, 5 Rebounds), Mittmann 9, Kulawick 9 (3/4 Dreier), Dennis 2, Theis 2, Schneiders (6 Rebounds).



