Wessels gefällt beim Phantoms-Debüt
Braunschweig Braunschweigs Basketballer müssen beim ersten Test Zuschauer abweisen. Gegen schwache Uni Riesen Leipzig gewinnen sie mühelos 114:42 (67:21).
Normalerweise freut sich ein Verein, wenn schon bei einem Testspiel so viele Leute kommen, dass nicht alle eingelassen werden können. Für Braunschweigs Basketballer galt das am Mittwochabend allerdings nicht. Sie beklagen eine neue Zugangsbegrenzung von Seiten der Stadt.
Denn es waren sogar noch Sitzplätze frei in der Tunicahalle, wo sich das neue Phantoms-Team erstmals seinen Fans präsentierte und einen Kantersieg feierte. Aber, so die Auflage, selbst die durften nicht alle besetzt werden. Der Zahn der Zeit hat wohl zu stark an der alten Halle genagt. Hinter 782 Besuchern mussten die Phantoms aufgrund neuer Sicherheitsbestimmungen die Tür schließen und hatten dafür und fürs Zählen extra einen Sicherheitsdienst anheuern müssen.
„Es tut uns natürlich leid, dass wir Zuschauer abweisen mussten“, klagte Geschäftsführer Norbert Rüscher. Erst vor drei Wochen habe man von dieser neuen Regelung erfahren. Da war das Vorbereitungsprogramm längst geplant. Bei den weiteren Testspielen und dem „Phantoms Day“ am Samstag, bei dem die Mannschaft vorgestellt wird, wird das Problem den Erstligisten begleiten. „Die VW-Halle ist leider ausgebucht“, erläutert Sportdirektor Oliver Braun. „Da kommen wir erst zum ersten Punktspiel wieder rein.“
Sportlich hatte das Debüt gegen den schwachen Pro-A-Ligisten Uni Riesen Leipzig keine große Aussagekraft. Denn der Gegner spielte nicht, als ob er nur eine Spielklasse tiefer angesiedelt wäre. So siegten die Phantoms auch ohne die verletzten Immanuel McElroy und Nick Schneiders mühelos mit 114:42 (67:21). Und dabei ließ Trainer Kostas Flevarakis über weite Strecken der zweiten Hälfte vornehmlich die Doppellizenzspieler sich austoben.
„Ich kann nicht viel sagen zu diesem Spiel“, meinte der Grieche. „Wir wollten mit viel Energie und Teamgeist spielen, und das haben wir auch getan.“ Dem Publikum gefiel‘s. Die Mannschaft wurde mit viel Beifall begleitet und verabschiedet.
Am eindrucksvollsten, weil unerwartet, nutzte ein Akteur seine Minuten, den kaum jemand auf der Rechnung hatte. Doppellizenzler Jörn Wessels, der zuletzt sogar beim Kooperationspartner SG Braunschweig nur wenig Einsatzzeit bekommen hatte, gefiel als treffsicherer, beweglicher Center. Der 21 Jahre alte 2,06-Meter-Mann deutete an, dass er am ehesten die Lücke in der Rotation schließen kann, die der Weggang von Nationalspieler Daniel Theis hinterlassen hat. „Wir ersetzen wegen der neuen Quote, den siebten Ausländer durch einen Deutschen“, erläuterte Flevarakis. „Daniel wollte das nicht sein, nun bekommt Jörn die Chance, auch wenn er noch nicht so viel Erfahrung hat.“
Phantoms: Schröder 22 Punkte (80%, 3 Ballgewinne), Mitchell 19 (63%, 4/6 Dreier), McFadden 15 (63%, 4/6 Dreier, 4 Vorlagen), Wessels 14 (100%), Nana 13, (5 Rebounds), Mittmann 9, Kulawick 6, Davis 4 (7 Vorlagen), Sant-Roos 4, Land 4 (4 Rebounds), Wenzel 2, Gertz 2.



