"Wenn wir so spielen, macht es viel mehr Spaß"
BRAUNSCHWEIG. Endlich! Jahrelang hatten Braunschweigs Basketballer vergeblich versucht, in eigener Halle den Nord-Konkurrenten Bremerhaven zu schlagen. Gestern ist es gelungen, und mit dem verdienten 86:81 (54:51)-Triumph gegen den Play-off-Anwärter-Rivalen haben die Phantoms auch wieder Kurs auf die vorderen Ränge genommen. Die Schmach von Tübingen soll somit abgehakt sein.
"Jetzt wollen wir unser positives Punktekonto verteidigen", gab Trainer Sebastian Machowski die Parole für die nächsten Wochen aus, nachdem er mit der Leistung seiner Mannschaft diesmal sehr zufrieden sein durfte. Die Intensität stimmte, und in einem packenden Schlagabtausch setzten sich die Phantoms als spielerisch besseres Team verdient durch. Was auch der Ex-Braunschweiger auf der Bremerhavener Trainerbank, Doug Spradley, anerkannte.
Ein anderer Ex-Braunschweiger ärgerte die Phantoms dabei allerdings noch beträchtlich. Jason Cain, der mit Applaus empfangen und als Dank für vier Jahre im Braunschweig-Trikot mit einem Phantoms-Jahrbuch beschenkt worden war, sorgte in der Schlussphase für Schweißausbrüche bei den Fans.
Nachdem von ihm in den ersten drei Vierteln nichts zu sehen gewesen war, glich der "Energizer" die Braunschweiger Dauer-Führung erst zum 76:76 (37.) und später mit seinem siebten Punkt in Folge zum 81:81 (39.) aus.
Doch die Phantoms konterten durch Branko Jorovic. Allerdings lagen Triumph und Pein für den Serben ganz dicht beieinander. Seinen vorentscheidenden DreipunkteTreffer zum 84:81 bekam der Serbe nämlich zunächst nicht mit, weil er mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden lag. Jorovic war beim Landen auf dem Fuß des ihn bedrängenden Cain umgeknickt. "Ich habe nur am Jubel der Fans gemerkt, dass der Wurf drin war", meinte er.
Dass er nach seiner besten Saisonleistung nun wieder eine Zwangspause einlegen muss, glaubt der 30-Jährige aber nicht. "Im ersten Moment dachte ich, es ist schlimm, aber es geht schon besser", sagte er nach der ersten wohltuenden Kühlung des linken Sprunggelenks. "Ich denke, nach zwei, drei Tagen Pause kann ich wieder mitmachen."
Auch ohne Jorovic brachten die Phantoms den Sieg ins Ziel, weil sie am Ende der Partie auch in der Verteidigung den richtigen Hebel gefunden hatten. "Normalerweise wollen wir aus einer starken Verteidigung die Motivation für die Offensive ziehen – aber heute war es umgekehrt", sagte Machowski.
In der ersten Hälfte hatte sein Team den Gegner – vor allem Zachery Peacock mit 12 Zählern im ersten Viertel – nicht stoppen können, ihn mit vorbildlichem blitzschnellen Kombinationsspiel auf der anderen Seite aber ebenfalls vor Rätsel gestellt. Nach dem Seitenwechsel bekamen die Phantoms den Angriff Bremerhavens immer besser in den Griff. Trotz zwischenzeitlicher Elf-Punkteführung (66:55, 25.) blieb die Partie aber spannend, weil sie sich offensiv mit mancher überhasteten Aktion das Leben schwer machten.
"Trotzdem haben wir heute immer wieder zu unserem Konzept zurückgefunden", lobte Machowski. Und das hieß: Teamspiel.
Eine große Hilfe dabei war die Rückkehr des genesenen Immanuel McElroy als Dreh- und Angelpunkt. Auch Rich Melzer spielte kampfstark auf und bilanzierte: "Wenn wir so zusammenspielen wie heute, macht es doch viel mehr Spaß."