Weltmeister tanzen in Braunschweig
Im Formationstanzen ist nichts gewiss. Und so sind die Braunschweiger WM-Gastgeber froh, dass als letzte der zu erwartenden Teams die Polen zugesagt haben. Somit kommt es am 26. November zum neuen Duell zwischen Elblag und dem Braunschweiger TSC.
Im Vorjahr bei der WM in Elblag hatten sich zwar die Gastgeber durchgesetzt und den Braunschweiger TSC auf den zweiten Platz verwiesen. Doch diese Entscheidung des Wertungsgerichts sorgte für Entrüstung und Kopfschütteln – beim BTSC, beim deutschen Verband und sogar bei einigen Konkurrenten, die aus Westeuropa in Polen am Start gewesen waren. Die weit verbreitete Meinung damals: Elblag zeigt zuviel Show, zu wenig Tanzen, Braunschweig hätte deshalb den WM-Titel verdient gehabt.
Nun, 14 Monate später, treffen diese beiden Teams erneut aufeinander. Pikanterweise diesmal ausgerechnet in Braunschweig. Und wieder geht es um die WM-Krone. Allerdings werden die Karten gänzlich neu gemischt. Denn beide Teams werden aller Voraussicht nach mit neuen Choreographien antreten.
BTSC-Trainer Rüdiger Knaack lässt sich zwar noch eine Hintertür offen, das alte Programm tanzen zu lassen, erklärt aber: "Nächste Woche bei der deutschen Meisterschaft in Bremen werden wir die neue Choreographie vorstellen. Ich will einfach ein Stimmungs-Barometer haben, wie die neue Kür ankommt."
"Langsam steigt die Nervosität. Uns allen ist klar, dass unsere Chancen, Weltmeister zu werden, extrem sinken, wenn wir in Bremen nicht deutsche Meister werden", meint Teamsprecherin Larissa-Natalie Bieritz. Die 28-Jährige steht vor ihrem achten nationalen Titelkampf, dem fünften in der A-Formation. "Und noch nie war die Aufregung vorher so groß wie dieses Mal."
Knaack hat sich nun zwar auf das Thema festgelegt, noch nicht aber auf die Mannschaftsaufstellung für Bremen und schon gar nicht für jene, die am 26. November erstmals seit 2005 Weltmeister werden soll. Im Gegensatz zu zwischenzeitlich personell sehr mageren Jahren stehen dem Chefcoach nun 21 Tänzerinnen und Tänzer zur Verfügung, aus denen jene 16 gefunden werden müssen, die auf die Tanzfläche gehen. "19 sind in der engeren Wahl. Aber selbst, wenn ich mich auf die 16 festlege, kann man ja noch die Zusammenstellung der Paare verändern", erklärt Knaack und macht deutlich, dass vieles noch in der Schwebe hängt.
"Eine neue Kür findet man als Tänzer immer toll. Aber man weiß eben nicht, ob alle anderen das auch so sehen", meint Bieritz.
Derweil erhoffen sich die WM-Organisatoren noch einmal einen Schub im Kartenverkauf, nachdem nun feststeht, dass auch die Titelverteidiger am Start sind. 4000 der rund 6000 Karten für die Abendveranstaltung sind verkauft. Nachmittags, wenn zwar keine Entscheidung fällt, aber dafür noch alle Teilnehmer im Rennen sind, herrscht noch gähnende Leere in der Volkswagen-Halle.
