Viel Lob für Phantoms trotz Niederlage
Braunschweig Nach drei Siegen ist die Erfolgsserie der Braunschweiger Basketballer erwartungsgemäß gerissen. Die Phantoms verkauften sich gegen Bamberg aber gut.
Mit erhobenen Köpfen und höchst zufrieden mit der eigenen Leistung gingen Spieler und Trainer am Samstagabend vom Feld und holten sich von der Saison-Rekordkulisse von 4715 Fans ihren verdienten Applaus ab. Beim 79:88 (34:41) hatten sie dem Meister und Pokalsieger die gesamte Partie über Paroli geboten. Den Ausfall ihrer Stamm-Spielmacher LaMarr Greer und Stephen Dennis sowie von Topscorer Rich Melzer machten sie mit leidenschaftlichem Kampf und taktisch klugem Spiel wett.
Außerdem lieferten die mutig auftretenden Jugendnationalspieler Daniel Theis und Dennis Schröder eine Klasseleistung ab. Theis, der in 18 Minuten sieben Punkte, fünf Rebounds und zwei Blocks sammelte und gegen Nationalspieler Tibor Pleiß gut verteidigte, bekam ein Sonderlob von Trainer Sebastian Machowski. „Er hat in den letzten Wochen im Training viel investiert und heute seine Chance genutzt.“
Wer weiß, was noch möglich gewesen wäre, wären die Braunschweiger nicht so krass vom Schiedsrichter-Trio Weichert, Rodriguez und Hegemann benachteiligt worden. Sie maßen mit zweierlei Maß und ließen dem Spitzenreiter manche übertriebene Härte durchgehen dazu Unsportlichkeiten wie Ball wegwerfen und Gegenspieler beschimpfen, während bei den Phantoms penibelst auch die Kleinigkeiten geahndet wurden.
Selbst die sonst zurückhaltenden Zuschauer in der VW-Halle waren aufgebracht und taten ihren Unmut immer wieder mit „Schieber“.-Rufen kund. Die Phantoms fühlten sich von den Unparteiischen um eine mögliche Siegchance betrogen. Auch wenn das natürlich niemand öffentlich sagen darf, denn die Basketball-Bundesliga zeigt sich nicht generös wie der Fußball, sondern ahndet auch sachliche Schiedsrichterkritik mit hohen Geldstrafen.
Jedenfalls hatten die tapfer ackernden Phantoms nicht nur mit der Klasse ihres Gegners zu kämpfen. Die Franken setzten sich mehrfach auf elf Punkte ab und bauten dabei vor allem auf die Treffsicherheit von jenseits der Dreierlinie. 10 Dreier bei 18 Versuchen. traf Bamberg, ein tolle Quote.
In allen anderen statistischen Kategorien lagen die Gastgeber gleichauf. Sie erzwangen mit ihrem Herzblut in der Verteidigung sogar mehr Ballverluste beim Spitzenteam (16) als sie sich selbst leisteten (14). „Es freut mich, dass wir es geschafft haben, Bamberg alles abzuverlangen haben“, meinte Machowski, ärgerte sich aber dennoch über den einen oder anderen Ballverlust zu viel.
Immer wieder kämpften sich die Phantoms, angeführt von Kapitän Nils Mittmann, dem Konzentration und Siegeswille aus den Augen abzulesen waren, unverdrossen aus den höheren Rückständen auf Tuchfühlung. Immanuel McElroy und Michael Umeh ließen sich im Spielaufbau nicht anmerken, dass sie normalerweise andere Aufgaben übernehmen und führten besonnen Regie. Und auch Schröder zeigte keine Angst vor großen Namen, sorgte mit einem Alley-Hoop-Anspiel auf Theis sogar für die spektakulärste Aktion, die die Fans von den Sitzen riss.
Doch die ständige Aufholjagd kostete zu viel Kraft. Beim 34:37 (19.), 51:54 (27.) und 66:69 (35.) hatten sich die Phantoms wieder herangekämpft. Doch die Bamberger spielten danach ihre Kadertiefe und Klasse aus. Bei den Braunschweigern und ihren Fans blieb jedoch die Ahnung: Wären die Rückstände dank fairerer Schiedsrichterleistung nicht so groß gewesen, hätten sie am Ende vielleicht sogar ihre Siegchance bekommen.
So aber stehen sie zwar ohne Punkte da – die ohnein nicht eingeplant werden durften – haben aber doch etwas gewonnen: Neue Sympathien bei den Fans, die mit viel Anerkennung und Schulterklopfen nach Hause gingen, und die Gewissheit, dass sie auch ohne drei verletzte Stammkräfte in den nächsten Spielen konkurrenzfähig sein werden. „Ich bin stolz auf diese Energieleistung der Mannschaft“, resümierte Machowski. „Darauf können wir aufbauen.“
Phantoms: Umeh 18, Mittmann 16, Jorovic 14, McElroy 9, Visser 8, Theis 7, Schröder 4, Kulawick 3, Schneiders, Gertz.



