Starken Phantoms geht in Ulm doch noch die Luft aus
Ulm Es hat nicht geklappt mit dem erhofften Triumph beim Zweiten. Braunschweigs Basketballer ließen sich nach toller erster Hälfte 72:81 niederringen.
Eine Spielhälfte dominiert, die zweite noch verbissen gekämpft. Doch die Braunschweiger Basketballer stemmten sich am Samstag vergeblich gegen die NIederlage beim Favoriten Ulm. Ab der 27 Minute entglitt ihnen die Partie, die sie zuvor mit einer geschlossenen Klasseleistung dominiert und kontrolliert hatten,ganz allmählich. Die 13-Punkte Führung (52:39, 25.) schmolz gegen wie entfesselt aufdrehende Gastgeber dahin. Dennoch lagen die Phantoms bis eineinhalb Minuten vor Schluss beim 72:74 gleichauf. Doch dann hatten sie ihr Pulver verschossen, und Ulm machte, angetrieben von 6000 frenetischen Fans den Sack zum zehnten Heimsieg im elften Spiel zu. Nur Meister Bamberg hatte sich der Tabellenzweite in eigener Halle beugen müssen.
Zur Halbzeit hatte es blendend ausgesehen für die Braunschweiger. Sie überraschten Ulm mit Nick Schneiders in der Startaufstellung und einer konstant beeindruckenden Verteidigung in Hälfte eins. Immer wenn die Ulmer eine Lücke erspäht zu haben glaubten, hatten Verteidigungsminister Immanuel McElroy und seine Kollegen sie schon gestopft. Der Gegner lief gegen eine Wand oder wurde den Ball los. Es gab kaum einen Angriff, in dem die siegesverwöhnten Gastgeber aus gewohnter Position zum Wurf kamen. Entsprechend schwach war ihre Trefferquote, und je länger die Partie dauerte und die Phantoms nicht locker ließen, umso verunsicherter wirkte der Favorit beim Wurf. Selbst freie Korbleger und Freiwürfe wurden versiebt.
Und weil die Braunschweiger ihrerseits mit schnellen Ballstaffetten gute Würfe herausspielten, zumindest normal trafen (42 Prozent) und sich auch keine Ballverluste leisteten, fingen sie sich auch kaum einen Schnellangriff des Gegners ein. Aber angesichts der Ulmer Trefferquote zur Halbzeit von außergewöhnlich niedrigen 24 Prozent war klar: Das würde wohl besser werden.
Und mit diesem Wissen trat die Heimmannschaft nach dem Seitenwechsel auch auf. Defensiv härter und vorne entschlossener spielten die Süddeutschen auf. Und nun wurde auch die Halle wach. 6000 Fans trieben ihr Team lautstärker denn je an, wie Trainer Thorsten Leibenath später schwärmte, und bedachten im Gegenzug jeden Phantoms-Angriff mit einem Pfeifkonzert an der Schmerzgrenze.
Weil die Braunschweiger im dritten Viertel zudem schnell fünf Fouls kassiert hatten, konnte Ulm unbedrängt von der Freiwurflinie Treffsicherheit gewinnen. Und in dem Maße, wie der Favorit um den selbst von McElroy nicht zu stoppenden Topscorer Isiah Swann (26 Punkte) nun seinen Wurfrhythmus fand, ließen die Gäste in ihrer Durchschlagskraft nach. Zwar wurden weiterhin freie Dreier herausgespielt, aber kaum ein Wurf fiel noch in den Korb. Am Ende verließen die Ulmer sogar noch mit der besseren Gesamt-Trefferquote von 43:41 Prozent das Feld. Den Unterschied machten die Dreier. Zehn versenkte der Favorit bei 25 Versuchen, die Phantoms warfen genauso oft, trafen aber nur fünfmal.
„So kann man kein Auswärtsspiel bei einer Spitzenmannschaft gewinnen“, sagte Trainer Sebastian Machowski geknickt und bemängelte, der Ball sei nicht mehr häufig genug an den Korb gespielt worden. Dort allerdings fehlte zum Auftakt des vierten Viertels fünf Minuten lang Center Kyle Visser, der schon mit vier Fouls draußen saß. In dieser Phase ging Ulm erstmals in Führung (58:59). In den Schlusssekunden wurde das Dilemma nochmal sichtbar: Viermal verballerten McElroy, Michael Umeh und LaMarr Greer nach dem 72:76 (39.)-Zwischenstand ihre Distanzwürfe. Die Braunschweiger mussten foulen, Ulm zog von der Freiwurflinie davon. „Wir haben in der zweiten Hälfte 54 Punkte kassiert“, bilanzierte Machowski und machte damit klar, dass er trotz der vielen starken Momente mit seiner Mannschaft nicht zufrieden sein konnte. Es hätten auch nicht alle Spieler defensiv immer mit dem letzten Einsatz gespielt.
Phantoms: Visser 14/12 Rebounds, McElroy 13/7 Rebounds, Umeh 11, Milosevic 10, Melzer 10, Greer 7, Kulawick 2, Theis 2, Jorovic 2, Schneiders 1, Mittmann
