Sirtaki tanzen mit dem Phantom
Braunschweig Griechen des Paok-Saloniki-Fanclubs aus Hannover unterstützen Braunschweigs Basketballer
Es ist eine schöne Geschichte, die mit einem positiven Spielausgang natürlich noch viel netter geworden wäre. Doch auch nach der Niederlage der Braunschweiger Basketballer gegen Tübingen wollen ihre neuen griechischen Fans wiederkommen.
Sie waren extra aus Hannover angereist, knapp 30 Leute des Paok-Saloniki-Fanclubs Black & White. „Kostas kommt aus der Paok-Familie, er ist praktisch bei unserem Verein aufgewachsen“, erläuterte der Vorsitzende Stavros Dimou. „Da fühlen wir uns verpflichtet, ihn und seine neue Mannschaft zu unterstützen und ihnen von der Tribüne Motivation zu schenken.“
Mit Kostas ist Kostas Flevarakis gemeint, der griechische Chefcoach der Phantoms Braunschweig, der seine Trainerlaufbahn einst als Jugendtrainer bei seinem Heimatklub begann und später die erste Mannschaft übernahm. „Mit mir hat das Team seine erfolgreichste Zeit gehabt“, erläutert Flevarakis, warum er bei den Fans immer noch so beliebt ist. „Wir haben drei Jahre Europaliga gespielt, den Pokal gewonnen und sind als Außenseiter ins Finale gekommen.“
Paok Saloniki hat rund eine Million Fans in aller Welt, die den Klub und auch ehemalige Protagonisten bedingungslos unterstützen, egal ob Fußball- oder Basketball-Mannschaft. Und so riefen die Fans aus Hannover, die selbst alle aus Thessaloniki stammen, vor einigen Wochen Flevarakis an, luden ihn zum Kaffeetrinken in ihr Fanhaus ein. Ihr Landsmann nahm dankend an und gewann die Anhänger dafür, die Phantoms mit anzufeuern.
Farblich passte das Bild in der VW-Halle schon mal gut: Schwarz-weiß sind die Paok-Farben, und auch die Phantoms wollen ja schwarz und weiß mit der Nebenfarbe rot als Teamfarben etablieren.
„Erstmal ist das natürlich ungewohnt, hier griechische Gesänge in unserem Block zu hören“, meinte Justus Engelland aus dem Vorstand der „Supporters“ lachend, „Vor allem, und dass sie auch bei den Freiwürfen singen.“ Aber die Fangruppen verstanden sich schnell, und in der Halbzeit tanzten die Griechen schon ausgelassen mit dem Phantom, dem Phantoms-Maskottchen, in der Nordkurve Sirtaki.
Als Hannoveraner nach Braunschweig zu kommen, damit hätten sie überhaupt kein Problem, meinte Dimou und kündigte an: „Das war heute erst der Anfang. Viele von uns hatten keine Zeit, aber wir haben vor, in Zukunft öfter zu kommen – dann mit allen Leuten in einem großen Bus.“ Im Januar soll es so weit sein. „Bis dahin“, versprach der Fanclub-Chef, wollen wir uns auch nochmal mit den Supporters zusammensetzen und ein paar Braunschweiger Lieder einstudieren.“

