SG-Basketballer setzen Siegesserie fort
Von Ute Berndt
Seinen Weihnachtswunschzettel hat Trainer Liviu Calin guten Gewissens zusammengeknüllt. Macht sie so weiter, braucht seine Mannschaft diese Saison keine US-Verstärkung. Beim souveränen 88:70 (49:33)-Erfolg gegen Wulfen präsentierten sich die SG-Baskets schon als reifes Spitzenteam.Um Leidenschaft und Spielwitz braucht man sich bei den jungen Wilden ohnehin keine Sorgen zu machen. Aber bei den Braunschweigern stimmen inzwischen auch Disziplin, Verteidigungsbereitschaft und die Konstanz über 40 Minuten. Hatte das Team kürzlich gegen Kellerkind Bernau einen 20-Punkte-Vorsprung noch fast verspielt, ließ es diesmal einen stärkeren Gegner keine Morgenluft mehr wittern. "Wir sind jetzt ein Team, das wirklich guten Basketball spielt", kommentierte Center Frank Theis den fünften Sieg in Folge. "Wir sehen die offenen Männer und reden viel miteinander. Jeder lässt sich auch was sagen, keiner ist egoistisch."
Als Wulfen zu Beginn der zweiten Hälfte den zwischenzeitlichen 18-Punkte-Vorsprung der SG (49:31) auf 55:45 verkürzt hatte, zog das Youngster-Trio Dennis Schröder, Daniel Theis und Howard Sant-Roos die Intensität an. Mit einem 10:0-Lauf wurden in zwei Minuten klare Verhältnisse geschaffen und den Kollegen von der Bank die Chancen eröffnet, auch noch ein bisschen teilzuhaben am Erfolg.
Die Gäste waren chancenlos gegen das hohe Tempo und den Biss der Braunschweiger, zumal sie auch unter dem Korb gegen die Theis-Brüder klar unterlegen waren.
Der schnelle Reifeprozess der SG zeigt sich nicht nur an den Doppellizenzspielern, die hart spielen, Übersicht beweisen und weniger Fehler machen. Auch Routinier Frank Theis lernt dazu und bietet mehr als Punkte und Rebounds. Starke sechs Vorlagen waren es gegen Wulfen. "Ich bringe unter dem Korb Stabilität rein, sehe von hinten alles, dirigiere", beschreibt er seine neue Rolle. "Das macht richtig Spaß, wenn man so gut zusammenspielt und gewinnt." Früher in Wolfenbüttel habe er oft an die 30 Punkte erzielt. "Aber was hilft das, wenn man am Ende verliert? Wenn es so läuft wie bei uns derzeit, fällt es mir nicht schwer, mich zurückzunehmen."

