Schwarze Serie in Frankfurt hält an
Frankfurt Braunschweigs Basketballer können bei den Skyliners nicht gewinnen. Mit viel Pech in der Schlussphase mussten sie sich nach Verlängerung 80:81 beugen.
Seit zehn Jahren versuchen die Phantoms vergeblich, beim Ligarivalen Frankfurt zu gewinnen. Am Samstag hat es wieder einmal nicht geklappt. Dabei war die Chance da. Doch statt sich mit dem möglichen Auswärtstriumph aus dem verletzungsbedingten Tief zu kämpfen, stecken die Braunschweiger nun erst recht im Loch. Das 80:81 (72:72, 30:38) war die zweite Verlängerungs-Niederlage in Folge, bei der der Sieg zuvor schon auf dem Serviertablett lag.
Und das tut vermutlich viel mehr weh, als wenn das Spiel nach dem dritten Viertel beendet gewesen wäre. Da lagen die Phantoms nach einer indiskutablen, pomadigen Leistung 41:61 hinten. Die Blamage schien perfekt, doch dann fand Trainer Sebastian Machowski doch noch leidenschaftliche Kämpfer auf der Bank. Kapitän Nils Mittmann blies zur Aufholjagd.
Plötzlich konnten die Braunschweiger auch so hart verteidigen, wie es ihnen der Gegner zuvor vorgemacht hatte. Frankfurt brachte offensiv nichts mehr zustande, der Rückstand schmolz. Und obwohl Branko Jorovic (35.) und Kyle Visser (38.) bereits herausgefoult waren, gingen die Phantoms auf Siegkurs.
20 Punkte Rückstand wettgemacht
Und nachdem Neuling Igor Milosevic und Immanuel McElroy von der Freiwurflinie geschwächelt und in der Schlussphase fünfmal daneben geworfen hatten, nahm plötzlich der Jüngste die Sache in die Hand. Mit dem Auftrag von Trainer Sebastian Machowski zog Dennis Schröder beherzt zum Korb und hätte zum Helden werden können. Die letzten sechs Punkte der Phantoms erzielte er, und weil er beim Treffer zum 72:72 auch noch gefoult worden war, bekam er vier Sekunden vor Schluss noch einen Freiwurf zugesprochen. Doch nun zitterte auch ihm die Hand. Verlängerung!
Gala des Jüngsten
Auch in den fünf Zusatzminuten erzielte Schröder die letzten vier Phantoms-Punkte zur 78:80-Führung. Es waren nur noch sieben Sekunden zu spielen. Die Phantoms foulten Frankfurts Marius Nolte, um sich nicht wie jüngst in Bremerhaven noch einen Dreier einzufangen. So hätte es normalerweise bei zwei Freiwurftreffern höchstens eine weitere Verlängerung gegeben. Stattdessen ereilte die Braunschweiger erneut die Höchststrafe. Nolte traf seinen ersten Wurf, den zweiten nicht, doch Jimmy McKinney tippte den Ball im Reboundduell mit McElroy zum 81:80 in den Phantoms-Korb.
Sechs Sekunden blieben den Phantoms noch. Und natürlich zog wieder Schröder zum Korb. Die Phantoms reklamierten ein Foul, einen Pfiff gab es aber nicht, und Schröders Wurf tanzte vom Ring wieder runter. Dass es nicht zum Sieg gereicht hatte, muss er sich ganz gewiss nicht ankreiden. Eher gab das Spiel Stoff zum Nachdenken für die routinierten Mitspieler, die einem 18-Jährigen die gesamte Verantwortung aufbürden.
Machowski war entsprechend sauer auf die Leistung seines Teams in den ersten drei Vierteln, lobte aber die Einstellung und den Charakter der Formation, die die 20 Punkte Rückstand wettgemacht hatte. Positiv war neben Schröders Gala auch das vielverspreche Debüt des neuen Spielmachers Igor Milosevic zu sehen, em allerdings noch die Fitness fehlt. Dennoch: Die Phantoms sind aufgrund des Verletzungspechs ihre gute Ausgangsposition im Blick auf die Play-offs erstmal los. LaMarr Greer fehlt an allen Ecken und Enden, und Rich Melzer spielte zwar nach vielen Wochen Pause acht Minuten, konnte aber null bewirken. .
Phantoms: Visser 14, Milosevic 13, Schröder 12, Jorovic 12, McElroy 11, Umeh 7, Kulawick 6, Mittmann 3, Schneiders 2, Melzer, Theis.


