Schröder tut sich schwer mit der Allstar-Vorfreude
Braunschweig Die Abstiegsgefahr der Phantoms bedrückt Braunschweigs Youngster. McFadden wird ausgeliehen, kommt Gießens Prowell?
Ein Video mit seinen spektakulärsten Szenen läuft auf der Internetseite der Bundesliga, alle Basketball-Magazine haben inzwischen Porträts über ihn veröffentlicht. „99 Prozent aller Interview-Anfragen, die ich bekomme, betreffen Dennis Schröder“, sagt Phantoms-Sprecherin Fabienne Buhl. Mittlerweile ist der Braunschweiger gleichauf mit Nationalspieler Per Günther aus Ulm mit 12,17 Zählern im Schnitt sogar bester deutscher Punktesammler der Liga.
Und Samstag ist der Tag, an dem für den erst 19 Jahre alten Star der Phantoms eine Belohnung, das Schaulaufen vor großer Kulisse und Fernsehkameras auf dem Programm steht. Als jüngster deutscher Spieler aller Zeiten ist er ins nationale Allstar-Team berufen worden. „Das bedeutet mir natürlich etwas, aber ich weiß, dass ich noch viel arbeiten und mein Spiel verbessern muss“, sagt Schröder.
Er tut sich schwer mit der Vorfreude auf den Allstar-Tag. Die Abstiegsgefahr der Phantoms, ihre Niederlagenserie, bedrückt den Youngster. „Es ist schwierig, sich zu freuen, wenn man auf Platz 16 steht“, sagte er nach der Niederlage in Bonn. Die vier Tage Trainingspause wollte er nutzen, „um darüber nachzudenken, was wir falsch machen.“
Der Stolz, der Spaß und das besondere Prickeln im Blick auf das Allstarspiel würden sich dann wohl erst beim Eintreffen in der Arena einstellen, vermutet Schröder. Dann, wenn er mit den deutschen Teamkollegen Pläne schmiedet, wie sie endlich mal die Übermacht des internationalen Teams brechen können.
Als zweiter Braunschweiger mischt Ole Angerstein von den Junior Phantoms in Nürnberg mit. Der Center wurde als effektivster Spieler der Nachwuchs-Bundesliga für das U-19-Allstarspiel nominiert, an dem im vergangenen Jahr noch Schröder teilgenommen hatte.
Derweil haben die Phantoms-Verantwortlichen in ihrem Kader eine Ausländerposition geräumt, um Platz für eine Verstärkung zu schaffen. Thad McFadden wird bis zum Saisonende an seinen Ex-Klub, den tschechischen Erstligisten Usti Nad Labem ausgeliehen. Der 24-jährige Amerikaner, der von Trainer Kostas Flevarakis als großes Talent angesehen wird, den Sprung zum Leistungsträger aber nicht geschafft hat, ist bereits abgereist.
Einen Neuzugang haben die Phantoms aber noch nicht. Ein heißer Kandidat soll laut Gießener Zeitungen Powerforward LaQuan Prowell sein, den die von der Insolvenz bedrohten Gießen 46ers angeblich ziehen lassen wollen, um Personalkosten zu sparen. Phantoms-Sportdirektor Oliver Braun will dies so nicht bestätigen. Man habe nicht mit Prowell gesprochen, nur mit dessen Agenten wie mit anderen Agenten über alle verfügbaren Spieler in deren Portfolio.
Prowell könnte gut zu den Phantoms zu passen. Der 28 Jahre alte Amerikaner, der beim Allstarspiel im Dreier-Wettbewerb antritt, hat schon bei Illysiakos Athen für Flevarakis gespielt und bringt Erfahrung aus der ersten französischen Liga mit. Im Schnitt sammelt er 12,7 Punkte mit guter Trefferquote und 4,1 Rebounds. Beim Spiel in Braunschweig erzielte er 23 Punkte.
Bei der Ligatagung in Köln sprachen sich am Freitag alle Klubs gegen die BBL-Regelauslegung aus, dass auch der Tabellen-16. absteigt, wenn Gießen die Saison nicht beendet. Nun muss die Liga eine neue Lösung finden.
• Allstarspiel Team national – Team international, Samstag, 20.15 Uhr, Arena Nürnberg/ Sport 1.


