Schlecht gespart
Braunschweig Ein Kommentar zur Lage bei den Phantoms
Nun soll also Verstärkung kommen für Braunschweigs Basketballer, und das ist auch dringend nötig. Viel besser als jetzt nachzubessern, wäre es jedoch gewesen, von Saisonbeginn an mit einer schlagkräftigen Mannschaft zu starten.
Die hätte zum jetzigen Zeitpunkt mehr als nur zwei Spiele gewonnen und somit auch nicht die Zuschauermisere hervorgerufen, die den Phantoms nun blüht. Sie wäre teurer gewesen, aber wohl kaum um so viel, wie die Folgekosten für das bisherige schwache Abschneiden betragen dürften.
Auch wenn Finanz-Geschäftsführer Norbert Rüscher zum Saisonstart von weitgehend unverändertem Etat gesprochen hatte – Sportchef Oliver Braun und Trainer Kostas Flevarakis durften nach Informationen unserer Zeitung längst nicht so viel für das Team ausgeben, wie es Braun zuvor mit Trainer Sebastian Machowski konnte.
Und weil man beim Basketball das bekommt, wofür man bezahlt, sind die Phantoms eben ein Team, in dem nur ein Neuzugang (Harding Nana) Erfahrung aus starken europäischen Ligen mitbringt. Natürlich könnten sie bei fünf knappen Niederlagen mit etwas mehr Glück besser dastehen. Natürlich müssen sich Braun und Flevarakis für die eine oder andere Personalauswahl kritisieren lassen.
Aber erwarten durfte man es eben nicht, dass man auch mit preiswerteren Profis in der immer stärker werdenden Bundesliga in die Play-offs kommen kann. Deshalb wehrte sich Flevarakis so gegen Vergleiche mit dem Vorgängerteam.
Warum die Gesellschafter und Aufsichtsräte der Phantoms es nach drei Jahren Play-offs mit einem Sparkurs probierten, ist nicht bekannt. Klar ist aber: Es wurde am falschen Ende gespart.
Und nun wird es noch teurer und viel schwerer. Denn es muss sich mitten in der Saison erstmal ein starker Spielmacher finden, der zu einem Abstiegskandidaten wechseln möchte.
