Rennfahrer Radewagen gewinnt Bergmeisterschaft
Nach zwei bis vier Minuten ist das Rennen vorbei. Für einen Lauf aber ist Andreas Radewagen gut vier Tage unterwegs. Der Lohn für den großen Aufwand: Der erfolgreiche Braunschweiger feierte kürzlich den dritten Titel in Folge in der historischen Bergmeisterschaft des Veteranen- Fahrzeug-Verbandes.
Mit seinem 170 PS-starken Porsche 924 sammelte der 49-Jährige vom Bornemann-Team in den Saisonläufen die meisten Punkte. Dreimal landete er mit dem 1983 gebauten Auto auf Platz eins, einmal auf Rang zwei. Seine schlechteste Saisonplatzierung war ein dritter Rang.
In der GT-Klasse fährt der Werkstattleiter nach eigener Aussage gegen 12 bis 22 Konkurrenten. Insgesamt sind es 80 Fahrer, gegen die sich Radewagen in diesem Jahr durchgesetzt hat. "Es geht sehr freundschaftlich zu", berichtet Radewagen. Ein Grund, warum er vor drei Jahren die Klasse wechselte und seitdem Bergmeisterschaften fährt.
Dabei geht es nicht auf eine längere Strecke, sondern die Piloten, die im 30-Sekunden-Abstand starten, müssen so schnell wie möglich einen Berg hinaufbrausen. "Ich finde es anspruchsvoller, die paar Minuten am Limit zu fahren, als zig Runden zu drehen", betont Radewagen.
Außerdem sei die Stimmung an der Strecke unglaublich. "Es gibt Renn-Orte, für die gibt es das ganze Jahr über nichts anderes, die Veranstaltung ist der große Höhepunkt", erzählt er und betont: "Du bekommst die Anfeuerungsrufe auf jeden Fall mit, und die motivieren ungemein." Mit einem großen Team reist er zu den Läufen, die in Bayern oder den neuen Bundesländern stattfinden.
Die Strecken bei Bergrennen seien besonders schwierig, berichtet der gelernte KFZ-Mechaniker, der nach seiner Ausbildung ein Maschinenbaustudium draufsattelte. "Wir haben zwei Trainingsläufe. Die Teilnehmer haben nicht viel Zeit, sich den Kurs einzuprägen."
Aus diesem Grund geht der Braunschweiger am Abend vor den Rennen die Strecke ab, Gefahrenstellen werden besonders unter die Lupe genommen. "In manchen Kurven fährt man nicht auf Asphalt, sondern rutscht über den Schotter. Darüber hinaus gibt es als Absperrung häufig Strohballen. Kommt ein Fahrer mit seinem Heck dagegen, landet das Stroh auf der Strecke, alles muss beachtet werden", erzählt der Rennfahrer, der drei Porsche 924 besitzt. Die anderen beiden seien aber anders aufgemacht und nicht für Bergrennen geeignet.
Den Titel perfekt machte Radewagen im fünften und letzten Lauf am Eibsee an der Zugspitze. "Wenn ich im Sommer bei Regen Rennen gefahren bin und genug Vorsprung hatte, bin ich verhaltener gefahren. Im letzten Rennen aber bin ich volles Risiko gefahren, schließlich ging es um alles", gibt der 49-Jährige zu.



