Rauschhaftes drittes Viertel verzückt die 700 Fans
So viel Jubel, Trubel, Heiterkeit war selten in der Alten Waage. Geradezu rauschhaft kombinierten sich die SG-Baskets im dritten Viertel gegen Lok Bernau auf die Siegerstraße. Die bestens besetzte Tribüne kam bei den vielen Dunkings, Dreiern, Flugeinlagen kaum aus dem Applaudieren heraus.
Als sie sich anschließend für den sicheren 96:85 (44:38)-Erfolg gegen das sieglose Schlusslicht und ihren zweiten Saisonsieg feiern ließen, mussten die Braunschweiger über die letzten zehn Minuten allerdings das Mäntelchen des Schweigens decken.
Im Triumphgeheul der Siegesgewissheit hatten Dennis Schröder, Daniel Theis und Co. angesichts ihres spektakulär herauskombinierten 72:48-Vorsprungs (29.) nämlich im Schlussabschnitt die Defensivbemühungen eingestellt und vorne die Konzentration verloren. Trainer Liviu Calin hatte zudem stärker durchgewechselt. Und urplötzlich stand es nach einer fahrlässigen 15:35-Serie der Braunschweiger wegen einiger Dreier des Gegners 52 Sekunden vor Schluss nur noch 87:83.
Wie blitzschnell die Baskets die Partie in Bestbesetzung dann doch noch für sich entschieden, zeigte nochmals ihre individuelle Klasse. Das Trio Schröder, Daniel Theis und Howard Sant-Roos harmonierte glänzend, erzielte 63 Punkte und gab den Gästen Rätsel auf.
Und so wollte Calin seinen Youngstern dann auch wegen des schlampig verdaddelten Schlussviertels nicht böse sein. "Eine junge Mannschaft eben", sagte er ungewohnt verständnisvoll und kritisierte eher die Bankspieler, dass sie nicht schon besser mitspielten. "Bis auf die letzten zehn Minuten war ich heute sehr zufrieden."
Spielmacher Schröder, der laut Calin eine "fast perfekte Leistung" geboten hatte, gab sich einsichtig: "Wir haben gedacht, das Spiel ist schon gelaufen, das hätte nicht sein müssen", meinte er. Der U-18-Nationalspieler lobte vor allem die Verteidigung, mit der die Baskets sich 14 Ballgewinne erkämpften. "Liviu hat gesagt, wir müssen in der Defense was leisten, und das haben wir heute getan."
Dass Schröder dann schon von Aufstiegsambitionen der Mannschaft sprach, ging dem Coach dann aber doch zu weit. "Es ist ja okay, wenn man träumt. Aber die Jungs sollten erstmal auf dem Boden bleiben."
SG-Baskets: Daniel Theis 26 (72%, 9 Rebounds, 4 Blocks), Schröder 22 (53%, 11 Vorlagen), Sant-Roos 15 (56%, 3 Vorlagen, 4 Ballgewinne), Frank Theis 15 (33%, 12 Rebounds), Wenzel 10 (83%), Gertz 6, Wessels 2, Buchmiller, Czepczynski, Redlich.



