Pokalsieg in Berlin soll die Wunden heilen
Braunschweig Gewinnen sie am Mittwochabend in der Hauptstadt, hätten Braunschweigs Basketballer ihr erstes Saisonziel, das Top-4-Turnier, erreicht.
Die einen sind vorzeitig im Europacup ausgeschieden, die anderen haben drei Bundesliga-Niederlagen in Folge kassiert. Die Basketballer aus Berlin und Braunschweig sehnen sich nach einem großen Erfolgserlebnis und setzten auf das Pokal-Viertelfinale am Mittwoch in der Hauptstadt. Für seine Berliner sei es „das wichtigste Spiel der Saison“, sagt der Ex-Braunschweiger Heiko Schaffartzik. „Für uns ist es genauso wichtig, aber wir haben nicht so einen Druck“, antwortet Phantoms-Flügel Robert Kulawick, der ebenfalls auf seinen ehemaligen Klub trifft.
Ein Sieg in diesem K.-o.-Spiel und der damit verbundene Einzug ins Top-4-Turnier, würde beiden Teams zwar keine verlorenen Punkte zurückbringen, aber doch den ersten größeren Saisonerfolg bedeuten. Und so die seelischen Wunden heilen.
Die Basketballer aus der Hauptstadt leiden noch unter ihrem vorzeitigen Aus im Europacup, bei dem sie vor zwei Jahren – mit dem herausragenden Neu-Braunschweiger Immanuel McElroy – noch das Finale erreicht hatten. Ein Saisonziel ist damit schon verfehlt. „Wir stehen an einem Scheideweg“, verdeutlicht Schaffartzik. „Ziehen wir in die Final Four ein, hätten wir ein Ziel erreicht. Dann würde hier etwas mehr Ruhe einkehren.“
Die Phantoms knabbern mental an den unnötigen Verlängerungs-Niederlagen in Bremerhaven und Frankfurt. „Die wurmen uns total, weil wir wissen, dass es nur an uns lag, dass wir verloren haben“, sagt Kulawick. „Aber wir haben unsere Saisonziele, die Play-offs und das Top-4, noch alle vor Augen.“ Er freut sich, dass es nur vier Tage nach dem Schock von Frankfurt schon weiter geht. „Das ist für uns Spieler immer gut, dann macht man sich nicht so einen Kopf, was man alles falsch gemacht hat.“ Aber das seien ohnehin keine gravierenden Dinge, sondern nur Kleinigkeiten gewesen.
Bei den Berlinern will der lange verletzte Nationalspieler Yassin Idbihi gegen seinen alten Verein sein Comeback feiern. Aber auch die Phantoms erwarten einen Hoffnungsträger für mehr Stabilität im Team zurück: LaMarr Greer meldet sich nach seiner Rückenverletzung fit. „Ich war in der Zeit, in der ich nicht Laufen und Basketballspielen durfte, sehr viel schwimmen“, erzählt er. „Eine gewisse Form konnte ich also halten.“ Große Impulse erwartet Trainer Sebastian Machowski allerdings noch nicht von seiner Führungsfigur. „Dafür hat LaMarr noch nicht wieder lange genug trainiert.“
Für den Phantoms-Trainer ist es nach den Erfahrungen aus dem klar verlorenen Heim-Punktspiel (68:87) entscheidend, dass seine Mannschaft das wohl beste Aufbauduo der Liga, DaShaun Wood und Heiko Schaffartzik, kontrolliert und somit das Tempo der Partie. „Damals hatten wir uns als Team noch nicht so gefunden, um die Pointguards stoppen zu können“, erinnert sich Kulawick. „Aber da haben wir in der Verteidigung Riesenfortschritte gemacht.“
Machowski hofft, dass seine Mannschaft durch die jüngsten unglücklichen Niederlagen eher motiviert als frustriert aufläuft. „Wir können das, wenn wir daran glauben und zusammenspielen“, sagt er trotzig. „Das haben wir schon in den letzten drei Spielen gezeigt, es fehlte einfach nur das Erfolgserlebnis.“
Kulawick glaubt fest daran, dass es diesmal klappt: „Alba hat sich zuletzt auch nicht mit Ruhm bekleckert – ich denke, wir haben eine sehr große Chance.“
Bereits für das Top-4-Turnier am 24./25. März qualifiziert sind Gastgeber Bonn, Titelverteidiger Bamberg und der Bundesliga-Zweite Ulm.



