Pokal-Coup - Phantoms besiegen Berlin
Berlin Braunschweigs Basketballer haben mit einem 95:89-Sieg nach Verlängerung zum zweiten Mal in Folge das Top-4-Turnier im BBL-Pokalwettbewerb erreicht.
Ein Urschrei von Robert Kulawick, dazu ein strahlendes Lächeln von Immanuel McElroy – Braunschweigs Basketballer hatten nach ihren drei bitteren Niederlagen am Mittwochabend endlich wieder Grund zum Jubeln. Und wie! Wieder mussten sie beim Gastspiel beim Spitzenteam Berlin in eine Verlängerung – wie bei den jüngsten beiden Bundesliga-Niederlagen. Aber diesmal setzten sie sich durch.
Mit dem 95:89 (74:74, 35:39)-Triumph beim Vizemeister haben die Phantoms als erste Mannschaft seit der Einführung des neuen Pokalmodus vor drei Jahren ein Erstrundenspiel auswärts gewonnen. Zuvor hatten sich immer die Heimteams durchgesetzt. Und auch gegen das Spitzenteam aus der Hauptstadt lautete die Pokalbilanz zuvor 0:4.
Den Weg hatten die mitgereisten Phantoms-Fans aufgezeigt: „Bonn Voyage“ stand auf ihrem Spruchband, und tatsächlich dürften ihre Profis nun eine schöne Reise haben, am 24./25. März zum Top-4-Turnier nach Bonn. Die Halbfinalpaarungen werden am Wochenende ausgelost.
„Ich finde gar keine Worte, um auszudrücken, was mir dieser Sieg hier bedeutet“, sagte McElroy, der drei Jahre in Berlin gespielt und gestern bis zum Umfallen gerackert hatte.
Aber das galt eigentlich für alle Braunschweiger, die sich auch nicht durch einen 13:26-Rückstand zum Ende des ersten Viertels beeindrucken ließen. Bis dahin hatten die Berliner mit flinkem Passspiel geglänzt und fünf Dreier bei sieben Versuchen versenkt.
Aber die Phantoms fanden eine Lösung, verteidigten ab dem zweiten Viertel viel effektiver und kämpften sich erstmals in Führung (34:35, 20.). Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich eine packende Pokalpartie mit wechselnden Führungen.
Auf Braunschweiger Seite war kurzfristig der neue Spielmacher Igor Milosevic mit einer Wadenzerrung ausgefallen. Dafür brachte LaMarr Greer bei seinem Comeback Ruhe und Erfahrung aufs Feld, und Rich Melzer rackerte im zweiten Spiel nach seiner langen Verletzungspause fast wieder wie früher.
Er war es auch, der in der Verlängerung die entscheidende Aktion setzte. Sein Zug zum Korb plus Bonusfreiwurf zum 81:86 brachte die Phantoms 56 Sekunden vor Schluss in die entscheidende bessere Ausgangsposition. Berlin musste foulen, der ebenfalls am Ende groß aufspielende Branko Jorovic machte von der Freiwurflinie beim 82:90 20 Sekunden vor Schluss alles klar.
Zum Ende der regulären Spielzeit hatte es so ausgesehen, als könnten die Phantoms zum dritten Mal in Folge ihren Vorteil nicht nutzen. Nach einem Melzer-Dreier hatte es 32 Sekunden vor dem Ende schon 70:73 gestanden. Aber Greer traf nur einen Freiwurf, Berlin glich aus, und die Braunschweiger konnten ihren Ballbesitz in den letzten 14 Sekunden nicht mehr nutzen.
„Aber die Mannschaft hat an sich und an unsere Taktik geglaubt und sie hervorragend umgesetzt“, jubelte Trainer Sebastian Machowski. „Sie hat wieder gekämpft bis zum Umfallen und ist endlich belohnt worden.“



