Phantoms wollen sich für die Tübingen-Schmach rehabilitieren
BRAUNSCHWEIG. Oliver Braun machte es in bester Uli-Hoeneß-Manier: Noch am Samstag, wenige Minuten nachdem die Schlusssirene in Tübingen ertönt war, bekamen die Phantoms-Profis in der Kabine von ihrem Sportdirektor ein paar deutliche Worte zu hören. Nach der peinlichen 63:94-Pleite beim bis dato zu Hause noch sieglosen Tabellenvorletzten hatte Braun reichlich Gesprächsbedarf. Den älteren Akteuren habe er klargemacht, dass sie ihre Mitspieler besser führen und mitreißen müssten, verriet der 38-Jährige. Von den jüngeren erwarte er hingegen "unbedingten Kampfeswillen".
"Einige Akteure haben mich ganz schön bedröppelt angeschaut", berichtete der Sportdirektor, der sich unter der Woche auch noch einmal mit dem Spielerrat, bestehend aus Nils Mittmann, LaMarr Greer und Rich Melzer, zusammensetzte, um die Niederlage aufzuarbeiten. Das Treffen will Braun jedoch nicht als explizite Krisensitzung verstanden wissen, "wir treffen uns sowieso in regelmäßigen Abständen".
Wenn der Ex-Profi der Pleite in Tübingen überhaupt etwas Positives abgewinnen kann, dann ist es die Tatsache, dass sein Team gleich mit 30 Punkten unter die Räder kam. "Das ist vielleicht heilsam. Bei einer knappen Niederlage hätten die Spieler doch gedacht, sie hätten gar nicht so viel falsch gemacht."
Vom Auftritt im Schwabenländle lässt sich das jedoch nun wirklich nicht behaupten. Beim Videostudium am Montag führte Trainer Sebastian Machowski seinen Schützlingen eine Auswahl der zahlreichen Fehler noch einmal vor Augen –und musste das Video dafür diesmal kaum schneiden. "Fehler sind menschlich und Teil des Spiels", räumte der Chefcoach ein. Wichtig sei jedoch, dass das Team aus seinen Fehlern lerne und diese abstelle.
Gelegenheit dazu hat die Mannschaft am Sonntag, wenn die Eisbären Bremerhaven ihre Visitenkarte in Braunschweig abgeben. "Dort wollen wir an unsere Leistung vom Sieg gegen Würzburg anknüpfen", sagt Machowski, der froh ist, morgen auf den wiedergenesenen Immanuel McElroy zurückgreifen zu können. "Mac ist enorm wichtig für unser Spiel. Mit ihm haben wir ganz andere Voraussetzungen."

