Phantoms wollen das Publikum ins Spiel bringen
Braunschweig Braunschweigs Basketballer bauen am Donnerstag im zweiten Viertelfinale gegen Ulm aufs Selbstvertrauen in eigener Halle.
Selbstvertrauen ist der Schlüssel. Mutiger als bei der Auftakt-Pleite wollen Braunschweigs Basketballer am Donnerstag dem Favoriten Ulm entgegentreten und die Viertelfinal-Serie ausgleichen. „Wir brauchen mehr Leben und Leidenschaft“, sagt Rich Melzer. „Und wir werden es zeigen.“
Einer, der gerade spürt, was mit neuem Selbstvertrauen möglich ist, ist Nick Schneiders. Seit einigen Wochen tritt der Riese im Phantoms-Team selbstsicherer auf, rückte prompt in Ulm in die Startformation und spielte stark – auch weil die Kollegen auf dem Feld den 2,21-Meter-Mann nun auch für das Anspiel suchen. „Ich habe schon das ganze Jahr über viel extra gemacht mit unserer Athletiktrainerin Ellen von Borstel, um stärker und agiler zu werden“, erzählt der 27-Jährige. „Und das zahlt sich langsam aus.“ Im Training habe er den Aufwärtstrend schon länger gespürt.
Das Tief zur Saisonmitte, als ihm die einfachsten Dinge misslangen und Trainer Sebastian Machowski der Geduldsfaden zu reißen drohte, ist überwunden. „Natürlich war ich extrem unzufrieden mit mir“, sagt Schneiders. Er habe erst lernen müssen, die neu erarbeiteten athletischen Fähigkeiten auch umzusetzen.
Dass es nun klappt, lässt Schneiders gleich viel dominanter auftreten. „Das ist das Selbstvertrauen, ganz klar“, betont er. „Selbstvertrauen zu kriegen, ist das Schwierigste im Basketball, wenn es nicht immer läuft. Aber man muss sich immer wieder sagen: ,Ich will das jetzt‘.“
Wie schnell solch ein positives Gefühl wieder weg sein kann, haben die Phantoms am Samstag in Ulm erlebt. „Dass John Bryant plötzlich Dreier getroffen hat, hat unser Konzept ins Wanken gebracht“, räumt Kapitän Nils Mittmann eine gewisse Verunsicherung ein. Der Gegner nutzte das vor euphorisierter Kulisse zu einer Tempoverschärfung und bog die Partie im Spielrausch um. „Da ist unser Selbstvertrauen flöten gegangen“, gibt auch Machowski zu. „Aber das wird uns so nicht nochmal passieren.“
Schon gar nicht in eigener Halle. „Wir müssen das Publikum ins Spiel bringen“, fordert Mittmann. Die Phantoms wünschen sich, dass die Fans in Weiß erscheinen, um auch optisch Solidarität zu demonstrieren. „Und wir müssen viel schneller auf die Herausforderungen reagieren, vor die sie uns stellen“, ergänzt Melzer. Große Veränderungen seien aber nicht nötig, nur Feinjustierungen, um Fehler zu vermeiden, beruhigt Machowski und fordert: „Vor allem müssen wir noch mehr investieren, und von den älteren, erfahrenen Spielern muss mehr kommen.“
Mut machen die zuletzt souveränen Auftritte in der VW-Halle und die Erinnerung an die Vorjahre, in denen die Phantoms stets nach einer Auswärtsniederlage ihr erstes Play-off-Heimspiel gewannen und somit ein zweites erkämpften. Dies ist auch diesmal das Nahziel. Oder um es mit Schneiders zu sagen: Sie wollen das jetzt!
•2. Viertelfinale: Phantoms Braunschweig – Ulm, Donnerstag, 19.15 Uhr, VW-Halle/Sport1.
