Phantoms versprechen mutigen Auftritt in Bamberg
Die Angst vor einem verpatzten Saisonstart ist weg. Der Sieg in Oldenburg hat Braunschweigs Basketballern den Druck genommen. Nun wollen sie am Sonntag in Bamberg befreit aufspielen, sich dem Meister entgegenstellen und möglichst die Überraschung erzwingen. – So weit die Theorie.
An verbaler Zuversicht hatte es den Phantoms allerdings auch vor drei Wochen nicht gefehlt, als sie zum Spiel um den Champions-Cup schon einmal in der Festung des Seriensiegers aus Franken aufliefen. Doch statt mutig zu agieren, wurde zögerlich nur reagiert und dem dominanten Favoriten hinterhergelaufen. "Wir haben innerlich wohl nicht an unsere Chance geglaubt", hatte Rich Melzer nach der klaren 66:86-Niederlage analysiert.
Am Sonntag soll es anders sein, wie eine kleine Umfrage bei den Phantoms-Profis ergab. "Wir fahren dort hin, um die Überraschung zu schaffen", betont Kapitän Nils Mittmann. "Wir werden ganz anders auftreten als beim Champions Cup", kündigt Melzer einen bissigen, beherzten und leidenschaftlichen Kampf an und sagt überzeugt: "Wir haben einen wichtigen Sieg und eine gute Trainingswoche hinter uns. Wenn wir die Dinge umsetzen, die wir im Training machen, werden wir Erfolg haben."
Dass der Schlüssel zu einem engen Spielverlauf in der Verteidigung liegt, ist den Braunschweigern klar. Was passiert, wenn man Bamberg ins Laufen kommen lässt, hatten sie am Donnerstag im Fernsehen verfolgt. Der deutsche Meister überrollte zum Europaliga-Auftakt die Gäste aus Zagreb mit 96:65.
"Eine Vorführung!", staunte Phantoms-Coach Sebastian Machowski. "Ein unglaubliches Tempo", zollte Co-Trainer Philipp Köchling dem Sonntagsgegner Respekt. "Erschreckend, wie perfekt bei denen schon alles ineinander passt", meinte Robert Kulawick.
Doch die Braunschweiger vertrauen darauf, dass sie dem Spitzenteam keinen Raum für Spielrausch lassen. "Wir müssen akzeptieren, wie hart die verteidigen, und dieses Spiel müssen wir annehmen und auch so spielen", sagt Branko Jorovic. "Wenn wir denen aber erlauben, härter zu spielen als wir, haben wir keine Chance."
Der letzte Sieg in Bamberg gelang den Phantoms im März 2008. Danach folgten elf Niederlagen in Punktspielen, in der Halbfinal-Serie 2010, im Pokalfinale 2011 und zuletzt im Champions-Cup.
Dass die Aufgabe gegen Bamberg für alle Bundesligisten so schwer ist, liegt an der Kontinuität beim Meister. Trainer Chris Fleming kann seit drei Jahren auf denselben Stamm hochkarätiger Leistungsträger bauen. Dazu kamen in diesem Jahr noch drei Verstärkungen europäischer Spitzenklasse: Berlins Topwerfer Julius Jenkins, der sprungstarke Marcus Slaughter und NBA-Kraftpaket Leon Tucker.
"Bamberg ist schon sehr stabil. Die können in jedem Spiel und auch über mehrere Wochen konstant gut spielen", verdeutlicht Nils Mittmann. "Das ist etwas, was neuformierte Mannschaften wie wir oder Oldenburg noch suchen."
Und so ist Phantoms-Trainer Sebastian Machowski wohl noch nicht so ganz überzeugt, dass den starken Worten seiner Schützlinge zu diesem frühen Saisonzeitpunkt schon Taten folgen – noch dazu auswärts. "Ich hoffe jedenfalls, dass die Jungs an unsere Siegchance glauben", sagt er vorsichtig.

