Phantoms verlieren hauchdünn gegen Bayern
Braunschweig Es hat nicht geklappt mit dem fünften Heimsieg in Folge. Die Phantoms-Korbjäger mussten sich dem Bayern-Starensemble knapp mit 88:91 (41:44) beugen. Die Play-off-Chance bleibt aber bestehen, denn die Verfolger patzten.
Drei Pünktchen machten den Unterschied gegen die Bayern – Mittwochabend wie schon im Hinspiel. „Dieses Spiel hatte eigentlich keinen Verlierer verdient, wir sind sehr glücklich, dass wir gewinnen konnten“, fand auch Münchens Startrainer Dirk Bauermann, dessen Team sich mit dem Erfolg seinen Play-off-Platz sicherte. „Es war eines der hochklassigsten Spiele, das ich in den letzten Wochen gesehen habe.“
Vor allem bei den Trefferquoten aus der Distanz jenseits der 50 Prozent boten beide Mannschaften Außergewöhnliches und auch taktisch fanden sie immer wieder Wege, auf die Herausforderungen des Gegners stark zu antworten.
So wollte Phantoms-Trainer Sebastian Machowski seine Mannschaft auch nicht schelten. „Wir haben verloren, ja. Aber wir haben den Teambasketball gezeigt, den wir zeigen wollten.“ Zwar konnten die Braunschweiger abermals die Angriffsmaschinerie des Gegners nicht richtig stoppen. Aber sie hatten mit ihrem guten Kombinationsspiel und doppelt so vielen Vorlagen wie der Gegner beste Chancen, selbst mehr Punkte zu erzielen.
„Wenn wir unsere Freiwürfe besser getroffen hätten, hätte es gereicht“, sagte Kapitän Nils Mittmann enttäuscht. Neun Punkte verschenkten die Phantoms von der Linie, während die Bayern nur dreimal daneben warfen. Das war der Unterschied.
Während Branko Jorovic mit fünf Dreiern bei acht Versuchen, Michael Umeh und endlich auch mal wieder Routinier LaMarr Greer im Schlüsselspiel sehr treffsicher aufspielten, wurde Igor Milosevic zum tragischen Helden. Nicht nur dass der ansonsten stark spielende Regisseur fünf seiner sieben Freiwürfe versemmelte. Er vergab auch den Korbleger beim Stand von 86:87 zwölf Sekunden vor Schluss und hatte mit einer Unbeherrschtheit in der 35. Minute die Verantwortung dafür, dass die Bayern Oberwasser bekamen.
Nach einer harten Foulentscheidung gegen sich lamentierte er und bekam noch ein technisches Foul dazugepfiffen. München verkürzte von der Freiwurflinie von 73:79 auf 77:79. Die gerade erkämpfte Sicherheit der Phantoms, ihr Momentum, war wieder weg.
Die zweite Schlüsselszene: Eine Minute zuvor hatte Kyle Visser mit dem fünften Foul vom Feld gemusst. „Mit ihm hätte es am Ende anders ausgesehen“, meinte Machowski. Es war ein kleinlicher Pfiff gegen den Braunschweiger Center, der in der ersten Hälfte selbst mehrfach ungeahndet gefoult worden war. Zumal der Pfiff auf der anderen Seite keine Entsprechung fand, als zum Beispiel Immanuel McElroy beim Versuch, das 88:87 zu erzielen, von Jared Homan abgeräumt wurde.
Aber das war eben auch ein limitierender Faktor gestern Abend: Der viel beschriebene Auswärts-Nachteil der Bayern, den gab es in der VW-Halle nicht. Die nur 3706 Zuschauer machten trotz aller Anfeuerung für die Phantoms eben nicht diesen Druck auf die Münchener und die Schiedsrichter, für den anderswo die ausverkauften Arenen sorgen.
So spielten die Bayern besonders in den letzten zwei Minuten unbeirrt ihre Klasse aus. Je‘Kel Foster brachte sie 1:45 Minute vor Schluss 87:86 in Führung, und danach stemmten sie eine Verteidigung aufs Parkett, gegen die sich die Phantoms in drei Schlussangriffen die Zähne ausbissen.
Eine gute Nachricht erreichte die bitter enttäuschten Braunschweiger in der Kabine aber auch noch: Die Verfolger Bonn und Oldenburg hatten ebenfalls verloren. Die Play-offs sind weiterhin greifbar.

