Phantoms suspendieren Nick Williams
Wenn die Braunschweiger Erstliga-Basketballer am Samstag zum Heimspiel gegen Quakenbrück antreten (wegen eines Fernsehberichts auf 14.30 Uhr vorverlegt), wird Nick Williams fehlen. Der US-Profi wurde von den Phantoms aus "sportdisziplinarischen Gründen" suspendiert. "Es hat in den vergangenen Tagen Vorfälle gegeben, die uns dazu gezwungen haben", sagt Sportdirektor Oliver Braun, nennt ansonsten aber keine Details. Wie es weitergeht, sei offen. Es gebe Gespräche mit dem Agenten des Spielers. Der 28 Jahre alte Amerikaner ist jedenfalls bis auf weiteres vom Training freigestellt.
Obwohl Williams, vor der Saison Wunschspieler von Trainer Sebastian Machowski, mit 10,6 Zählern im Schnitt zweitbester Punktesammler des Teams ist, hatte er die Erwartungen bislang nicht erfüllt, wirkte oft phlegmatisch, punktete vornehmlich aus Einzelaktionen und ließ defensiv den geforderten Biss vermissen. Allerdings hatte er lange Zeit eine Entschuldigung. Denn im Testspiel gegen Gent eine Woche vor dem Punktspielstart hatte sich der US-Profi bei einem Sturz aus erheblicher Höhe eine Rippe gebrochen. Die Phantoms hielten das geheim, damit die Gegner die schmerzenden Stellen nicht noch extra malträtieren. Mit Schmerzmitteln und Protektoren biss sich Williams durch.
Doch vor dem Spiel in Ludwigsburg klagte er immer noch über Schmerzen, auch wenn die Ärzte nichts mehr fanden, und blieb auf der Bank. Nun wähnt sich der Spieler durch die Suspendierung ungerecht behandelt. "Ich habe einen Monat lang mein Bestes für die Phantoms gegeben, trotz der Verletzung und starker Schmerzen", betont Williams. Letzte Woche habe er es nicht mehr ausgehalten – aber letztlich in der ganzen Zeit nur zwei Trainingseinheiten und das Spiel verpasst. Dann sei er zu seiner Überraschung von Braun suspendiert worden. "Darüber bin ich natürlich sehr enttäuscht."
Dass die Mannschaft nun entscheidend geschwächt ist, glaubt Machowski zunächst nicht. "Wir haben genug andere gute Spieler, die die Lücke erstmal ausfüllen können", betont der Coach. In Ludwigsburg habe das Team ohne Williams gewonnen und wolle das gegen Quakenbrück auch schaffen. Dass der Amerikaner ein Spieler zu viel in der Rotation gewesen sein könnte, wenn er nun so problemlos auf ihn verzichten kann, verneint der Coach aber entschieden. "Wir haben gerade genug Leute. Aber jeder muss eine Rolle haben, die er akzeptieren und ausfüllen muss."
Dass sich die Beteiligten noch mal annähern, scheint eher unwahrscheinlich. "Das wäre gut, ich würde gern in Braunschweig weiterspielen, aber die Entscheidung liegt bei Oliver Braun", betont Williams. "Ich bezweifle, dass es weiter geht", sagt Braun.



