Phantoms sind in Hagen chancenlos
Hagen Nach zwei guten Leistungen erwischten die Braunschweiger Korbjäger in Hagen beim 78:89 (32:46) einen schwarzen Tag.
Das zweite Auswärtsspiel innerhalb von fünf Tagen nach zwei kraft- und nervenraubenden Partien zuvor war wohl etwas zu viel für Braunschweigs Basketballer. Gestern Abend in Hagen standen sie völlig neben sich, gerieten zwischenzeitlich mit 22 Punkten in Rückstand und verloren klar und deutlich. Das einzig Positive: Die Mannschaft ließ sich nicht hängen und war bis zur Schlusssirene um Ergebnisverbesserung bemüht.
So brachten es die Phantoms am Ende noch auf ein halbwegs ansehnliches Ergebnis von 78:89 (32:46). Aber Kapitän Nils Mittmann sprach Klartext: „Die elf Punkte Differenz schmeicheln uns ein bisschen“, sagte er. „Um in Hagen zu gewinnen, muss man viel richtig machen, aber wir haben heute viel falsch gemacht.“
Schon in den ersten Minuten wurde klar, dass es bei den Braunschweigern nicht lief. Da verteidigten sie noch gut, hatten Ballgewinne. Doch Casey Mitchell, Immanuel McElroy und Jeremiah Davis versemmelten fünf Korbleger in Folge. „Das hat die Hagener aufgebaut“, meinte Mittmann. Und statt mit einer beruhigenden Führung weiterspielen zu können, geriet sein Team ab der achten Minute in Rückstand.
„Wir haben nicht so intensiv gespielt, wie wir es seit zwei Monaten jeden Tag im Training tun“, analysierte Trainer Kostas Flevarakis das energiearme Spiel seiner Mannschaft und konstatierte, dies sei eben so ein Tag gewesen, an dem nichts geht. Die Phantoms schafften es nicht mal, mit taktischen Fouls die Gastgeber auszubremsen. „Wir waren überall auf dem Feld zu weich“, klagte der Coach.
Es fand sich auch kein Spieler, der das Team mitgerissen hätte. Der bisherige Topwerfer Casey Mitchell verzweifelte an seinen Fehlern und Fehlwürfen. Und Spielmacher Jeremiah Davis nahm das Heft erst in die Hand, als es zu spät war, und auch da nur mit Einzelaktionen. Das Teamspiel der Braunschweiger war schon nach einer guten Viertelstunde zusammengebrochen.
„Die letzten fünf Minuten der ersten Hälfte waren ein Debakel, und davon haben wir uns nie mehr erholt“, kommentierte Flevarakis die 2:15 Punkte-Serie bis zum 32:46-Halbzeitstand. Ob jung oder alt – die Phantoms wirkten hilflos und verunsichert in ihren Aktionen. Der Gegner nahm die Einladungen zu Schnellangriffen dankend an oder tanzte die Braunschweiger unter dem Korb aus.
Auch die Pause half nicht. Die zuletzt so überzeugend verteidigenden Phantoms kamen entweder einen Schritt zu spät, waren einen Schritt zu langsam oder einen Schritt zu weit weg. Sie spielten, als steckten sie in einem Strudel, aus dem es kein Entrinnen gab. Denn zum Unvermögen kam auch noch das Pech hinzu, dass dem Gegner wirklich alles gelang. Jeder freie Ball fiel den Hagenern in die Hände, oft bekamen sie zu ihren Korberfolgen auch noch einen Freiwurf hinzu, und sie trafen aus allen Lagen wie im Training.
„Wir haben schnell die Konzentration verloren“, analysierte Mittmann, machte den Fans aber Mut, dass sich die Phantoms bis zum Heimspiel am Sonnabend gegen Bonn von diesem Nackenschlag erholen: „Es war ein schwaches Spiel, aber wir sind ja nicht von unserem Weg abgekommen“, meinte er und kündigte kämpferisch an: „Wir werden Samstag voll angreifen und unseren ersten Heimsieg feiern.“


