Phantoms schäumen vor Wut
Braunschweig An das Liga-Duell gegen den Double-Gewinner aus Bamberg hat Oliver Braun in dieser Woche kaum einen Gedanken verschwendet.
Der Phantoms-Sportdirektor war einzig und allein mit der Terminierung der Pokal-Partie in Berlin befasst. „Das hat mich zweieinhalb Tage meines Lebens gekostet“, gab Braun gestern Nachmittag sichtlich genervt zu Protokoll. Dass die Begegnung in der Hauptstadt nun am 15. Februar ausgetragen wird, hat beim 38-Jährigen für reichlich Unmut gesorgt.
Schließlich müssen die Phantoms nun das für diesen Termin vorgesehene Liga-Heimspiel gegen Tübingen auf den 26. Februar verlegen. „Ausgerechnet für diese Begegnung hatten wir aber ein großes Sponsoring-Paket verkauft“, ärgerte sich Braun und spricht von „erheblichen Einnahme-Einbußen“. Deshalb habe er sich „mit Händen und Füßen“ gegen die Verlegung gewehrt. Letztlich aber vergeblich.
Bei der Basketball-Bundesliga (BBL) hat man wenig Verständnis für den Ärger der Braunschweiger. Die Phantoms-Verantwortlichen „hätten wissen müssen“, so Liga-Sprecher Dirk Kaiser, dass die Bundesliga-Partie gegen Tübingen möglicherweise abgesetzt wird, um an besagtem Termin das Pokal-Spiel über die Bühne zu bringen. „Das hat Priorität.“ Im Rahmenterminplan der BBL waren dafür ursprünglich die Tage um den 8. Februar vorgesehen. „Zum damaligen Zeitpunkt“, sagte Kaiser, „konnten wir allerdings noch nicht wissen, ob dann noch deutsche Mannschaften im internationalen Wettbewerb vertreten sind.“
Genau das ist nun aber der Fall – am 7. Februar trifft Berlin im Eurocup auf Vilnius. Da der internationale Wettbewerb laut Kaiser immer Vorrang hat, musste also das Pokal-Duell zwischen Berlin und Braunschweig um eine Woche nach hinten verschoben werden. „Wir haben Braunschweig Alternativen angeboten, die sie aber nicht für gut befunden haben“, sagte Kaiser gestern Nachmittag gegenüber unserer Zeitung. Im Gespräch sei unter anderem der 24. Februar gewesen.
Phantoms-Sportdirektor Oliver Braun platzte fast die Hutschnur, als er anschließend mit dieser Aussage konfrontiert wurde. „Das ist echt lächerlich.“ Er sei es gewesen, betont der Ex-Profi, der in Absprache mit Berlin besagten Ersatz-Termin vorgeschlagen hätte. Die Liga hätte lediglich das für den 24. Februar terminierte Liga-Spiel der Berliner in Ludwigsburg verschieben müssen. „Da wäre der Kollateralschaden gering gewesen“, sagt Braun.
Dazu wäre die BBL aber offenbar nur bereit gewesen, wenn die Braunschweiger den Ludwigsburgern einen vierstelligen Geld-Betrag überwiesen hätten – quasi als Ausgleich für die durch die Verschiebung entstandenen Kosten. Das dem tatsächlich so war, räumte Liga-Sprecher Dirk Kaiser gestern allerdings erst auf erneute Nachfrage ein. „Schließlich wird mit Ludwigsburg eine unbeteiligte Mannschaft reingezogen.“
Für die Phantoms-Verantwortlichen kam das jedoch nicht in Frage, sich einen Ausweichtermin zu „erkaufen“. Schließlich, so Braun, sei man „Opfer – und nicht Verursacher“.
