Phantoms-Profi McElroy: Mein Körper fühlt sich wunderbar an
Braunschweig Basketballer will seine Karriere „mindestens vier oder fünf Jahre“ fortsetzen. Am Samstag trifft er mit den Phantoms auf Bayreuth.
Eine eierlegende Wollmilchsau? Basketball-Profi Immanuel McElroy legt die Stirn in Falten, als er mit diesem Wort-Ungetüm der deutschen Sprache konfrontiert wird. Der US-Amerikaner schüttelt energisch den Kopf. „Nein, nie gehört.“ Als er die Redewendung in seine Muttersprache übersetzt bekommt, muss der Phantoms-Akteur schmunzeln. Egg-producing sow, giving also wool and milk – natürlich weiß er sofort, was mit dieser Formulierung gemeint ist.
Schließlich kam McElroy vergangen Samstag im Heimspiel gegen Bonn auf vier verschiedenen Positionen zum Einsatz, der 32-Jährige fungierte als Point Guard, Shooting Guard, Small Forward und letztlich sogar als Power Forward; einer Position, die in der Regel großen und kräftigen Akteuren vorbehalten ist. Das ist in etwa so, als würde man von Fußball-Profi Philipp Lahm erwarten, während eines Länderspiels von der Abwehr ins Sturmzentrum zu wechseln.
„Mir ist das während der Partie gar nicht bewusst gewesen“, sagt Allrounder McElroy. „Für mich ist das auch gar kein Problem.“ Die Laufwege in den Systemen, die sich von Position zu Position unterscheiden, kenne er schließlich aus dem Training. Gebracht hat McElroys Flexibilität den Braunschweigern allerdings nichts, es setzte eine unerwartet deutliche 66:83-Heimniederlage gegen die Rheinländer. „Wir hatten nicht die nötige Intensität“, sagt der US-Amerikaner rückblickend. Dramatisieren will er diesen Umstand jedoch nicht. „Das kann auch guten Teams mal passieren.“
Mit 14 Punkten war McElroy gegen Bonn einer der wenigen, wenn nicht sogar der einzige Lichtblick im Team der Phantoms – und das, nachdem er drei Tage zuvor in Hagen noch eine Nullnummer abgeliefert hatte. Er habe gegen Bonn eben einen guten „shooting day“ gehabt, sagt der Phantoms-Profi, der nach eigener Aussage wenig auf seine persönliche Punkte-Ausbeute gibt. „Ich habe da in meiner Karriere noch nie drauf geachtet“, beteuert der Routinier. „Für mich geht es einzig und alleine ums Gewinnen.“
Doch genau das ist den Phantoms an den ersten vier Spieltagen erst einmal gelungen; zu selten für ein Team, das in die Play-offs will. Im Heimspiel gegen Spitzenreiter Bayreuth soll deshalb am Samstag mit aller Macht der zweite Saisonsieg gelingen. McElroy ist diesbezüglich guter Dinge: Die Tatsache, dass das Team erstmalig eine komplette Woche über in kompletter Besetzung trainieren konnte, „wird uns definitiv helfen“, glaubt der sprunggewaltige Basketballer. Denn: „Gutes Training führt meistens zum Erfolg.“
McElroy spricht aus langjähriger Erfahrung, geht er doch schon seit 2004 in der BBL auf Korbjagd. Zunächst vier Spielzeiten lang für Köln, dann drei Jahre lang für Berlin. Mit beiden Klubs gewann er unzählige Titel, ehe er im vergangenen Jahr nach Braunschweig wechselte.
Obwohl der gebürtige Texaner bereits 32 Jahre alt ist, verschwendet er noch keinen Gedanken ans Karriereende. „So lange ich gesund bin, möchte ich weiterspielen“, sagt der vierfache Familienvater, dessen Vertrag bei den Phantoms am Saisonende ausläuft. „Mindestens vier oder fünf Jahre“ wolle er aber noch sein Geld als Profi verdienen. Derzeit hat er keine Zweifel, dass ihm das gelingen wird. Denn: „Mein Körper fühlt sich wunderbar an.“ Allerdings müsse er mit diesem sorgsamer umgehen als noch mit Anfang 20. „Ich ernähre mich gesünder, dehne mich mehr und mache mich besser warm“, verrät der BBL-Veteran sein Geheimrezept.
