Phantoms-Neuling Anderson gibt am Samstag sein Heimdebüt
Braunschweig Gegen Ludwigsburg soll der kanadische Nationalspieler den Braunschweiger Basketballern neue Kreativität verleihen. Hoffen auch auf Mittmann.
Durch die Niederlage in Bremerhaven haben Braunschweigs Basketballer den Sprung auf einen Play-off-Platz verpasst und müssen sich stattdessen erstmal wieder nach unten orientieren. Ein ganz wichtiges Heimspiel ist in diesem Sinne die Sonnabend-Partie gegen die schlechter platzierten Ludwigsburger, die mit dem zweiten Heimsieg in Folge auf Distanz gehalten werden sollen.
„Um das zu schaffen, brauchen wir aber 40 starke Minuten“, betont Phantoms-Trainer Kostas Flevarakis, der die starke Besetzung des Gegners lobt, der sein Potenzial nur noch nicht konstant ausgeschöpft habe. Aber das gilt ja auch für seine eigene Mannschaft. Und die baut am Samstag auf Impulse zweier Leistungsträger, die die zuletzt sehr dünne Acht-Mann-Rotation wieder tiefer und somit stabiler machen sollen.
Der erste Auftritt von Jermaine Anderson verlief noch nicht wie erhofft. Nur sieben Minuten stand der kanadische Nationalspieler in Bremerhaven auf dem Feld und konnte sich noch nicht einbringen. Andere Klubs aus der unteren Tabellenhälfte bekamen von ihren Neuzugängen mehr Impulse und landeten prompt Auswärtserfolge. Gießens Flügelspieler Jeffrey Bonds spielte in Ludwigsburg 34 Minuten und erzielte 13 Punkte, Würzburgs neuer Spielmacher Courtney Pigram führte sein Team mit 17 Punkten und 6 Vorlagen zum Überraschungscoup in Bonn.
„In manche Mannschaften finden neue Spieler leichter rein, bei uns dauert es etwas“, erläutert Trainer Kostas Flevarakis. Das hänge vom Spielstil ab. „Der ist bei uns sehr komplex, wir haben viele Regeln, wer wann wo sein muss und wie der Ball laufen soll.“
Außerdem, gibt der Grieche unumwunden zu, sei Anderson nicht so fit nach Braunschweig gewechselt, wie es sich die Phantoms-Verantwortlichen erhofft hatten. Zwar kam der 29 Jahre alte Ex-Tübinger aus dem Spielbetrieb von Cibona Zagreb, hatte dort aber – weil man ihn austauschen wollte – nicht mehr richtig mittrainieren dürfen.
„Jermaine brauchte einfach noch Eingewöhnungszeit, um unsere Spielidee zu verstehen und die Intensität im Training mitgehen zu können“, konstatiert Flevarakis. Nach gut eineinhalb Wochen soll der erfahrene Profi nun aber so weit sein, dass er sein Können zeigen kann. „Ich denke, er wird uns diesmal richtig helfen“, sagt der Trainer.
Er erwartet von Anderson neben einer guten Verteidigung vor allem schlaue Aktionen im Zusammenspiel mit Dennis Schröder und Jeremiah Davis. Zwei aus diesem Spielmacher-Trio sollen in der Regel gleichzeitig auf dem Feld sein, wovon sich Flevarakis ein Plus an Spielkontrolle erhofft, ohne dass er auch noch Flügel Immanuel McElroy groß mit Aufbauaufgaben betrauen muss.
Weitere Entlastung für den Routinier soll die Rückkehr von Kapitän Nils Mittmann auf die Position vier bringen. In den vier Spielen, die er verletzt fehlte, hatten sich McElroy und Harding Nana mit großen Kraftakten seine durchschnittlich 22 Spielminuten geteilt – zusätzlich zu ihrem normalen Pensum. „Wir haben Nils sehr vermisst“, verdeutlich Flevarakis.
•Phantoms Braunschweig – Neckar Riesen Ludwigsburg, Samstag, 19.30 Uhr, VW-Halle. Anschließend Aftergameparty für Fans und Profis im XO, Südstraße.
