Phantoms leisten sich haarsträubende Patzer
Braunschweigs Basketballer verlieren zum siebten Mal in Folge Heimspiel gegen Frankfurt. 70:77 (29:42) kostet gute Ausgangsposition für die Pokalrunde
Als Rich Melzer, Kyle Visser und Neuzugang Michael Umeh am Sonntagabend ihren großen Auftritt hatten, war das Spiel gegen Angstgegner Frankfurt schon vorbei. Beim Fan-Talk nach der Partie sang das US-Trio der Phantoms auf Deutsch "Oh Tannenbaum" und wärmte damit wenigstens ein kleines bisschen die Herzen der Anhänger.
Zuvor allerdings hatten sich die Braunschweiger Basketballer sogar vereinzelte Pfiffe anhören müssen für ihre Leistung gegen die Skyliners. Beim 70:77 (29:42) entführten die Hessen im siebten Jahr in Folge die Punkte aus der VW-Halle. Verdient, angesichts der Vielzahl unerklärlicher Schwächen auf Seiten der Braunschweiger. Die traten nicht entschlossenen genug auf und versäumten es, sich im Kampf um die Pokalteilnahme von den Verfolgern abzusetzen.
Mit nur sieben Profis – Nationalspieler Tim Ohlbrecht war kurzfristig ausgefallen –, aber einem klar durchgezogenen Konzept, triumphierten die Gäste aus dem Tabellenkeller. Die Phantoms traten nach der Verpflichtung von Michael Umeh zwar vollzählig an, ließen aber die Intensität einer siegensdürsternen Heimmannschaft und die ordnende Hand vermissen.
Zunächst war es pures Wurfpech, das das Team ins Hintertreffen brachte. Klug herausgespielte freie Schüsse von jenseits der Dreierlinie sprangen wieder aus dem Korb. Zur Halbzeit stand die bittere Ausbeute von einem Treffer bei zwölf Versuchen in der Statistik.
"Wir haben unsere hart erarbeitete Chance weggeworfen"
Wenn von außen nichts geht, gehört der Ball normalerweise an den Korb. Doch dort hatte Center Kyle Visser das Team wieder einmal durch schnelle Fouls geschwächt. Nicht mal fünf Minuten stand er netto auf dem Parkett, da saß der Schlüsselakteur fürs Innenspiel mit drei Fouls schon wieder draußen.
Die Frankfurter hatten leichteres Spiel, vor allem Center Jemareo Davidson. Der Ex-NBA-Profi, mit einem Punkteschnitt von 7,6 Punkten angereist, traf aus allen Lagen und düpierte die Phantoms in Hälfte eins mit 23 Punkten/9 Rebounds. Mit 17 Zählern brachte er die Braunschweiger in Rückstand (25:42, 19.).
Nach dem Seitentausch folgte die erwartete Aufholjagd der Phantoms: Mit Ballgewinnen dank aggressiverer Verteidigung auf allen Positionen ging die Post ab. In der 32. Minute gelang Rich Melzer der erstmalige Ausgleich zum 52:52.
Aber dann? Als wäre es ein Selbstläufer, dass man nun die sieben vermeintlich entkräfteten Frankfurter mit der Energie von elf Spielern plus Publikum überrollen würde, verloren die Phantoms ihre Konzentration.
Drei Ballverluste in Folge unterliefen Umeh, LaMarr Greer und Melzer. "Das waren haarsträubende Fehler", schimpfte Machowski. "Schade, dass wir unsere hart erkämpfte Chance wieder weggeworfen haben." Die Skyliners zogen mit diesen Geschenken locker auf 52:59 weg, fanden dadurch ihr Selbstvertrauen wieder und ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen.
Ihr Spielmacher Michael Thompson, der 40 Minuten durchspielen musste, erzielte nach dem 55:59-Zwischenstand in den letzten knapp fünf Minuten elf Punkte. Vier verschiedene Spielmacher (Dennis, Greer, Schröder, Umeh) versuchten derweil, auf Braunschweiger Seite die Fäden zu ziehen und den einen Frankfurter zu stoppen. Doch den Phantoms gelang es nicht, ihre Tiefe und Variabilität im Spielaufbau in Stärke umzuwandeln. Vielmehr wirkte vieles beliebig oder zufällig.
Machowski lobte die gegnerische Verteidigung: "Sie hat uns den Zahn gezogen. Wir wussten oft nicht, was wir machen sollten."



