Phantoms künftig ohne Topscorer Mitchell
Braunschweig Braunschweigs Basketball-Bundesligist und der Flügelspieler Casey Mitchell gehen künftig getrennte Wege.
Er war der Top-Werfer der Mannschaft, doch seit zwei Wochen ist er verletzt und muss noch einige Wochen pausieren. Nun haben Flügelspieler Casey Mitchell und die Braunschweiger Basketballer beschlossen, sich zu trennen. Eine Einigung, die offensichtlich beiden Seiten gelegen kommt. Schon am Donnerstag kehrt der Amerikaner in seine US-Heimat zurück. Er habe aus dringenden familiären Gründen darum gebeten, zurückfliegen zu können, sagte Sportdirektor Oliver Braun.
Die Phantoms wiederum sind mit Mitchells Vertragsauflösung ihr Problem los, dass sie seit der Nachverpflichtung von Jermaine Anderson einen ausländischen Profi zu viel im Kader hatten. Nur sechs nichtdeutsche Akteure dürfen laut BBL-Reglement pro Partie im Kader stehen.
Wären alle Profis fit gewesen, hätte also immer einer frustriert auf der Tribüne gesessen. „Dieses Luxusproblem wollten wir nicht haben, das kann für die Mannschafts-Chemie gefährlich werden“, betont Braun. Und wenn zwischenzeitlich mal ein ausländischer Profi verletzt ausfällt, haben die Braunschweiger ja immer noch Allrounder Howard Sant-Roos in der Hinterhand, den mit einer Doppellizenz ausgestatteten kubanischen Star ihrer zweiten Mannschaft.
„Die Frage, wann und wie Casey wieder eingreifen kann, war für uns schwer zu beantworten“, erläutert Braun, warum es ausgerechnet Topscorer Mitchell ist, den man ziehen lässt. Nach seiner Zwangspause bis in den Januar hinein wegen einer Kreuzbandzerrung und einem Außenband-Anriss im Knie habe man erst zum Februar wieder in alter Stärke mit ihm rechnen können, verdeutlicht Braun. Und dann wäre der 24-Jährige ein Fremdkörper in der bis dahin ohne ihn eingespielten Mannschaft gewesen.
„Casey hat menschlich gut in das Team gepasst und war immer ein sehr positiver Charakter. Wir alle unterstützen ihn in der jetzigen Situation und wünschen ihm bei der Regelung seiner Angelegenheiten wie auch für seine weitere Profikarriere alles Gute“, sagt Braun.
Trainer Kostas Flevarakis baut sein Team nun etwas um. „Eins zu eins ist Casey nicht zu ersetzen“, betont der Grieche. Einen so begnadeten Werfer wie Mitchell hat er nun nicht mehr im Aufgebot, und den Phantoms fehlen 13,1 Punkte im Schnitt. Dafür könnte der Defensivverbund noch besser funktionieren. Denn die Verteidigung war nicht die Stärke des bulligen Flügelspielers, der seine Athletik hinten nicht immer optimal einzusetzen verstand. Oft erzielten seine Gegenspieler auch viele Punkte.
Für Mitchell wird Immanuel McElroy wieder voll auf die Position drei rücken, Neuzugang Anderson übernimmt hauptsächlich die Position zwei. „Wir haben jetzt mehr Spielmacher auf dem Feld, das bringt uns hoffentlich noch mehr Kontrolle und Passqualität“, erläutert Flevarakis. „Aber wir haben nicht mehr Caseys Scorerfähigkeiten und müssen sehen, wie wir das gemeinschaftlich kompensieren.“



