Phantoms haben bei Brandon Thomas angeklopft
Seit der Vertragsauflösung am vergangenen Sonntag ist das Kapitel Nick Williams bei den Phantoms Braunschweig beendet. Ob, und wenn ja wann, der Basketball-Bundesligist Ersatz für den geschassten US-Amerikaner verpflichten wird, steht derzeit aber noch in den Sternen. Getreu dem Motto: alles kann, nichts muss.
"Wir setzen uns da nicht unter Druck", sagt Sportdirektor Oliver Braun, der gemeinsam mit Chef-Trainer Sebastian Machowski schon seit Längerem den Transfer-Markt sondiert. Gesucht wird laut Braun ein kleiner, schneller Flügelspieler, der seinen eigenen Wurf kreieren und darüber hinaus gut verteidigen kann.
Einen Schnellschuss auf Teufel komm raus werde es jedoch nicht geben, versichert der Sportdirektor. Denn: "Schnell heißt ja nicht automatisch gut."
Vielmehr ginge es bei einer Neuverpflichtung darum, dass das Gesamtpaket stimmen muss. Und dazu zählt neben Qualität und Preis auch der Charakter des Profis. Schließlich muss der neue Korbjäger in ein intaktes Teamgefüge integriert werden, was nicht immer unproblematisch ist, wie Oliver Braun aus langjähriger Erfahrung weiß: "Es besteht immer die Gefahr, dass ein neuer Spieler Unruhe in die Mannschaft bringt. Das muss man genau abwägen."
Ein Akteur, der ins "Beuteschema" passen würde, ist Brandon Thomas. Braunschweigs Top-Scorer der Vorsaison ist bei seinem neuen Klub, dem italienischen Erstligisten Cremona, alles andere als glücklich. Das ist auch Oliver Braun nicht entgangen, weshalb er den 27 Jahre alten US-Amerikaner bereits vor knapp drei Wochen zu einer Rückkehr nach Braunschweig bewegen wollte. "In Sachen Laufzeit und Finanzen hatten wir allerdings unterschiedliche Vorstellungen", berichtet Braun, für den das Thema nach eigener Aussage "erstmal durch" ist. Allerdings: "Brandon und sein Agent haben ja meine Nummer."
Dass die Phantoms-Verantwortlichen nach der Thomas-Absage nichts überstürzen wollen, hat womöglich auch mit dem Spiel gegen Würzburg zu tun. Beim Heimsieg gegen den Tabellenzweiten bewiesen die Braunschweiger am Freitag, dass sie auch ohne Nick Williams und den verletzten Immanuel McElroy über reichlich Potenzial verfügen. Sportdirektor Braun will diesen Sieg jedoch nicht überbewerten: "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer."

