Phantoms geraten im Artland unter Druck – und befreien sich
Braunschweig Mit starkem Endspurt im Bundesliga-Test versöhnen Braunschweigs Basketballer trotz der 67:75-Niederlage. Die deutschen Spieler zeigen gute Leistungen
Leistungsunterschiede in Testspielen sind oft dem aktuellen Trainingsstand der Mannschaften, dem Grad ihrer Müdigkeit, geschuldet. Das ist der Trost für Braunschweigs Basketballer nach ihrem ersten Härtetest auf Erstliganiveau in Quakenbrück. Denn an diesem Tag hatten sie dem favorisierten Niedersachsen-Rivalen nicht genug entgegenzusetzen.
Dass es am Ende „nur“ eine 67:75 (28:37)-Niederlage wurde, verdankten die Phantoms ihrem eigenen Aufbäumen im Schlussviertel mit einer 14:0-Serie, kombiniert mit nachlassenden Defensivanstrengungen des Gegners. Denn die Quakenbrücker hatten bis zum Zwischenstand von 61:33 (29.) dominiert.
„Wir waren einfach zu brav“, analysierte Phantoms-Sportdirektor Oliver Braun. „Aber als wir danach mit mehr Druck gespielt haben, war es gleich erfolgreich.“ Somit sei die Partie sehr lehrreich gewesen, stimmt Braun mit Trainer Kostas Flevarakis überein. „Unsere neuen Spieler haben den Druck der Bundesliga kennengelernt, und erkannt, dass wir nur gewinnen können, wenn wir 40 Minuten mit voller Intensität spielen.“
Anders als gegen die Zweitligakonkurrenz zuvor konnten es die Braunschweiger nicht kompensieren, dass sie unter dem Korb ohne Nick Scheiders und einen neuen Center völlig unterbesetzt antreten. Auch wenn den Quakenbrückern ebenfalls noch zwei lange Leute fehlen – sie boten in Petar Popovic einen bärenstarken Center auf. Nach dem ersten ausgeglichenen Viertel hatte der europaligaerfahrene 2,11-Meter-Mann (22 Punkte) die Schwächen der Phantoms analysiert und war kaum noch zu bremsen.
Nils Mittmann, der auch mal als Ersatzcenter aushalf, der immer um Struktur im Spiel bemühte Robert Kulawick und Youngster Dennis Schröder, der im Schlussviertel aufdrehte, trugen ihr Team spielerisch wie kämpferisch durch die Partie.
Das spricht dafür, dass Flevarakis seine deutschen Spieler mit viel Vertrauen und wichtigen Rollen bedenkt. Und dass sie topfit sind. Aber es spricht nicht für die neu verpflichteten ausländischen Profis, von denen nur Harding Nana überzeugte. Bleibt zu hoffen, dass es vor allem Fitness-Defizite sind, die die Amerikaner noch ausbremsen.
Die statistischen Werte mit 39:54 Prozent Trefferquote, 25:40 Rebounds und 9:21 Vorlagen zeugen davon, dass die Phantoms es nicht schafften, ihr Spiel durchzusetzen. „Aber eine Niederlage mit acht Punkten im Artland bereitet mir keine Bauchschmerzen“, betont Braun.
Die Verantwortlichen setzen darauf, dass sich mit kompletterem Team die Kräfteverhältnisse anders gestalten. Vielleicht schon am Montag im inoffiziellen Spiel gegen Oldenburg. Möglicherweise können Immanuel McElroy und Nick Schneiders ein paar Minuten mitmischen.
Phantoms: Kulawick 15 Punkte (5/11 Würfe, 4 Dreier), Nana 15 (7 Rebounds), Schröder 14 (5/8), Mitchell 9, Mittmann 8 (5 Rebounds), Land 3, Wessels 2, Davis 1, McFadden.
