Phantoms freuen sich auf Pesic als Bundestrainer
Braunschweig Braunschweigs Basketball-Verantwortliche kennen den Kulttrainer aus ihren Ex-Klubs und schätzen ihn sehr.
Wenn seine ehemaligen Spieler Oliver Braun und Sebastian Machowski über Svetislav Pesic reden, nennen sie ihn ehrfurchtsvoll „den Alten“. Sein ehemaliger Assistent Philipp Köchling sagt wie früher „Coach“. Alle drei sportlich Verantwortlichen der Phantoms Braunschweig haben unter der Regie des Weltklasse-Trainers Erfolge gefeiert, alle sagen, er habe sie mitgeprägt. Und sie begrüßen sehr, dass Pesic am Mittwoch als neuer Basketball-Bundestrainer vorgestellt wurde.
„Das ist eine tolle Entscheidung für den deutschen Basketball“, sagt Braunschweigs Coach Sebastian Machowski, der drei Jahre lang bei Alba Berlin und im Nationalteam für Pesic gespielt und 1995 zusammen mit Phantoms-Sportdirektor Oliver Braun den europäischen Korac-Cup gewonnen hatte. „Er verlangt immer das Maximum von allen Beteiligten und auch von den Funktionären“, charakterisiert Machowski den Trainerkollegen. „Damit hat er schon viel bewegt, und ich könnte mir vorstellen, dass er es wieder schafft.“
In der Tat darf sich der Deutsche BasketballBund für diese Verpflichtung feiern lassen. Aus einer Notsituation heraus hat er einen Paukenschlag gelandet. Weil die Bundesliga eine Doppelfunktion verboten hatte, war dem DBB nicht nur Bundestrainer Dirk Bauermann weggebrochen, sondern auch die Riege der Nachfolge-Kandidaten, wie Michael Koch oder Henrik Rödl, die ebenfalls in der BBL als Trainer engagiert sind.
Nun kommt Pesic zurück, der Vater des größten Erfolgs des deutschen Basketballs. 1993 führte er das Nationalteam in München zum Europameister-Titel. Dass sich der 62-Jährige, zwischenzeitlich auch Welt- und Europameister mit seinem Heimatland Jugoslawien und hochdotierter Vereinstrainer bei europäischen Spitzenklubs, nun bis 2016 nochmals um die deutsche Mannschaft kümmern will, ist nicht selbstverständlich. Dirk Nowitzki spielt nicht mehr
mit, die DBB-Auswahl befindet sich im Umbruch.
„Für mich ist er der beste Trainer, mit dem ich ja zusammengearbeitet habe,
„Ich glaube, ihn reizt die Herausforderung“, sagt Machowksi. „Und ich kann mir vorstellen, dass ihn mit dem deutschen Basketball immer noch mehr verbindet als der Arbeitsvertrag.“ Schließlich ist Pesic Wahl-Berliner, hat bis heute eine Wohnung in der Hauptstadt.
„Er weiß, dass er hier sportlich etwas bewegen kann, er hat immer schon auch jungen Spielern eine Chance gegeben“, ergänzt Phantoms-Co-Trainer Philipp Köchling. Um eine Mannschaft über einen längeren Zeitraum zu formen, sei Pesic genau der Richtige.
In seinem ersten Bundesliga-Jahr 2001/02 in Köln war Köchling Pesics Assistent. „Für mich ist er der beste Trainer, mit dem ich ja zusammengearbeitet habe, von ihm habe ich am meisten gelernt“, sagt der Braunschweiger. „Er versteht es unheimlich gut, Leute zu pushen und zu Höchstleistungen zu treiben.“
Wer sich auf Pesics fordernde Autorität einlasse, könne enorm profitieren, betont Köchling. „Allerdings erwartet er von jedem in jeder Situation hundert Prozent. Und wer das nicht leistet, hat es schwer.“
Pesic habe eine sehr spezielle, gute Art der Menschenführung, schwärmt auch Machowski und erzählt, er habe sich vergangene Saison telefonisch beim Altmeister auch mal einige Ratschläge geholt.
Der Standort Braunschweig dürfte also einen guten Draht haben zum neuen Bundestrainer.



